Gendefekt und GeschlechtsumwandlungSolche Supermodels haben Sie noch nie gesehen!

von AMICA Online Redakteurin
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© AFP, Sylwia Makris, Instagram/Winnie Harlow
Perfektion – genau die, das haben Sie bisher vielleicht gedacht, erwartet die Fashion-Industrie von ihren Supermodels. Perfekte Körper, perfekte Gesichter - und bei aller Schönheit doch irgendwie unauffällig. Das Besondere suchte man bei den blonden, langbeinigen Klonen auf den Laufstegen bisher tatsächlich meist vergeblich. Wobei die Betonung auf „bisher“ liegt.

Denn immer mehr Models abseits der Norm starten große Karrieren in der sonst so glatten Modebranche. Sie wechselten das Geschlecht, bringen wegen einer Krankheit einen besonderen Look mit oder haben schlicht ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel. Doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie bringen etwas völlig Neues auf Magazincover und Laufstege. AMICA Online stellt Ihnen die aufregendsten neuen Gesichter vor, die zeigen, dass wir uns ein ganz neues Bild vom perfekten Äußeren zulegen müssen:

© Instagram/Winnie Harlow
Winnie Harlow: Winnie Harlow, die sich selber auch Chantelle nennt, ist eine der Kandidatinnen, die in der nächsten Staffel von „America's next Topmodel“ darum kämpfen werden, das schönste Gesicht der USA zu sein. Die Show ist das dortige Pendant von Heidi Klums GNTM. Winnie passt ins Bild der perfekten Kandidatin. Sie ist aufgeweckt, hat schon Modelerfahrung und ist selbstbewusst. Aber eines unterscheidet sie von den Konkurrentinnen - ihre Krankheit. Vitiligo, eine Pigmentstörung, sorgt für weiße Flecken auf ihrer dunklen Haut. Fast schon symmetrisch hinterlässt die Krankheit, an der auch Michael Jackson litt, ein Muster auf ihrem Gesicht und Körper.

Ein faszinierender Look, den nicht nur Amerikas Heidi-Klum-Pendant Tyra Banks schätzt, sondern auch viele Designer. Winnie Harlow lief etwa schon bei der Fashion Week in ihrer Heimat Kanada und stand für unzählige Fotoshootings vor der Kamera. Das Model selbst steht mit Selbstvertrauen zu ihrer Krankheit und setzt sie bewusst für ihre Modelkarriere ein.

Auf Instagram bezeichnet sich Harlow als „Vitiligio-Sprecherin“. Und auch in einem Video, das sich an die Fans von „America's next Topmodel“ richtet, spricht sie offen und fast mit Stolz über Vitiligio: „Viele Leute haben eine Geschichte und etwas, das ihnen nachhängt, so Harlow. „Aber bei mir ist das in die Haut eingeprägt.“

© Sylwia Makris
Melanie Gaydos: Ektodermale Dysplasie heißt die Krankheit, an der die junge Amerikanerin Melanie Gaydos leidet. Der Gendefekt führt zu Fehlbildungen an Haaren, Nägeln, Zähnen oder der Haut. Als Model arbeitet die 25-Jährige trotzdem - oder vielmehr gerade deshalb. Denn die genetische Anomalie verleiht ihr ein märchenhaftes, fast überirdisches Aussehen. Seit nunmehr drei Jahren arbeitet Gaydos in der Modebranche, kann von ihren Jobs in New York, Los Angeles oder Berlin gut leben.

„Es gibt immer ein Shooting für mich und ich nehme längst nicht alle Anfragen an. Vor allem dann nicht, wenn der Job nicht zu mir und meiner Vision passt“, sagte Gaydos der „Bild“. „Ich liebe Jobs, bei denen ich in eine Rolle schlüpfen oder mit meiner Umgebung interagieren kann. Egal, ob mit einer anderen Person, Make-up, Mode oder der Dekoration.“

Keinesfalls Mainstream und immer eher düster, ja fast gruselig sind ihre Engagements bisher. Unter anderem stand Gaydos auch für ein Video der Band Rammstein vor der Kamera. Hat sie keine Angst, in die Ecke des Abnormalen, der Kuriosität gedrängt zu werden? „Menschen versuchen immer, dir ein Label anzuhängen. Das brauchen sie, um Dinge zu verstehen und einzuordnen“, meint Gaydos dazu. „Ich wollte nur nicht das Leben leben, das andere Menschen für mich für richtig hielten.“

© Instagram/Isis King
Isis King: Wie Winnie Harlow nahm auch Isis King an der Show „America's next Topmodel“ teil. Das Besondere? Als sie 1985 geboren wurde, hieß die Schöne noch Darrell Walls. Genau, sie war ein Mann.

Mittlerweile unterzog sich King einer Hormontherapie und einer Geschlechtsumwandlung per OP - und feiert Erfolge in ihrem Job als Mannequin. Das „New York Magazine“ bezeichnete King gar als eines der größten transsexuellen Models in der Geschichte.

Dabei ist es genau diese Transsexualität, über die King eigentlich nicht so gerne spricht. „Es sollte nur um mein Talent und um meine Fähigkeiten gehen“, erklärte das Model in einem Interview mit „BuddyTV“.  „Es sollte in der Karriere nicht dauernd 'Oh, ich bin transsexuell hier, transsexuell da' heißen. Sei einfach du selbst! Und die Leute werden es akzeptieren.“

Das haben sie im Falle von Isis King tatsächlich. Nach ihrem Ausscheiden bei „America's next Topmodel“ modelte sie unter anderem für Bilderstrecken in den Magazinen „US Weekly“, „Seventeen“ und „Out“.

Noch mehr außergewöhnliche Models lernen Sie auf der nächsten Seite kennen! 

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