Crystal Renns Abschied von idealisierten GrößenDas Kurvenmodel und der Jojo-Effekt

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Erfolgreich mit Kurven: Eigentlich war Crystal Renn als „Plus size“-Model das Aushängeschild in der Modebranche, weil sie erst mit Größe 44 richtig durchstartete. Ähnlich wie Beth Ditto von Karl Lagerfeld zur Stilikone erklärt, Mutmacherin für viele runde Frauen wurde und Tara Lynn, die mit XL-Kurven sogar für Bademode warb. Renn wurde richtig gut gebucht, erst als sie sich von ihrer „Size Zero“ verabschiedete. Mit ihrem Buch „Hungry – Ich wollte essen. Aber ich wollte auch in der Vogue sein“ befreite sich die damals 22-Jährige aus der „Hölle“, wie sie es nannte, in der sie magersüchtig wurde. 2010 waren ihre Kurven in Kampagnen für Jean Paul Gaultier und Chanel zu sehen.

Von XXL ging es allerdings wieder Richtung schlanke Linie. 2011 zierte Renn, erneut dünn, die mexikanische „Vogue“. Bei der Filmpremiere von „W.E.“ in London präsentierte sie Anfang des Jahres im tiefdekolletierten, roten Seidenkleid ihre zarten Kurven. Jetzt trägt das amerikanische Model Größe S und scheint damit endlich ihr Gewicht gefunden zu haben. Ungewöhnlich in der Modelbranche. „Ich war [alles], von einer Double Zero bis zu einer glatten 44, für eine Weile“, erzählte Renn der Zeitschrift „People“. „Sich jetzt bei Größe 34 oder 36 anzusiedeln ist eine interessante Position, weil es nur sehr wenige [Models mit Größe] 34 oder 36 gibt.“ Wie sie es dorthin schaffte? Viel Hiking und Yoga habe ihr zu einem anderen Körpergefühl verholfen. „Ich bin mit meinem Körper zufrieden“, versicherte die heute 25-Jährige. „Ich habe zu einer Beständigkeit gefunden, wenn es darum geht, wie ich meinen Körper sehe.“

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Sämtliche Gerüchte, dass ihre Agentur oder die Modebranche Druck auf sie ausgeübt habe, wieder schlanker zu werden, streitet Renn ab. Die Onlineausgabe der britischen „Dailymail“ zitierte sie mit den Worten: „Ich denke, das wichtigste, das wir alle wissen müssen, egal ob wir ein Model, ein normaler Mensch, ein Journalist, ein Fotograf oder irgendjemand auf der Welt sind – es geht um die individuelle Gesundheit.”

Dass sie sich mit ihrem Körper gesund fühlt, stellte die Schönheit auch bei einem Fotoshooting des Magazins „Sports Illustrated“, das sie gerade eben im kleinen Schwarzen an der New Yorker Börse bewarb, unter Beweis. Renn sei froh, dass es dort nicht um die dünnsten Models gehe und erklärte: „Wir haben alle einen anderen Körper. Es gibt nicht nur einen idealisierten Typ.“