Diäten im Test Die Raw-Food-Diät

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© Joule Gengelbach
Die Lehre? Raw-Foodies essen nur Ungekochtes. Das Erhitzen von Lebensmitteln über 46 Grad zerstöre Vitamine und verdauungsfördernde Enzyme, produziere Karzinogene und mache das Essen dadurch zu Gift
Was darf man essen? Obst, Salat, Säfte, rohes Gemüse, Nüsse, Sprossen, kaltgepresste Öle
Wer macht es? Demi Moore, Sting, Donna Karan, Nena
Was soll es bringen? Energie, blendende Gesundheit, ein reines Gewissen (keine toten Tiere, keine Energieverschwendung). Und natürlich gigantische Gewichtsabnahme

Das Lustige an dieser Diät ist, dass man sich ernsthaft darüber Gedanken machen muss, wie man es schafft, genug zu essen. Tag eins ging zum Beispiel so: morgens ein Pfund Erdbeeren und zwei Hand voll Weintrauben; mittags ein Apfel, eine halbe Ananas, eine Hand voll Mandeln; nachmittags noch mehr Weintrauben. Abends eine Salatgurke mit Minze, Koriander und Orangenschale, zum Nachtisch sechs Karotten. Und da war ich pappsatt und trotzdem erst bei läppischen 900 Kalorien angekommen, der Hälfte von dem, was man bei meiner Größe braucht.
Viel Platz wird deshalb in Raw-Food-Bibeln dem Thema gewidmet, wo man die verdammten Kalorien herkriegt. Die Lösung: Avocados, Nüsse, Trockenobst. Aber halt: Trockenfrüchte, wettern Raw-Fanatiker, werden in bösen, heißen Öfen turbogetrocknet und seien deshalb des Teufels, ebenso wie Cashews und Paranüsse – hitzebehandelt und deshalb mausetot.
Klar ist: Dies ist nicht irgendeine olle Diät, sondern ein Neohippie-Trend, der dich irgendwie erdet, du, und an die Lebenskräfte des Kosmos andockt. „Verbuddele einen Teller mit Raw Food in der Erde“, sagt Juliano, ein amerikanischer Raw-Hohepriester, „und nach drei Tagen entsteht ein Baum, der uns neue Nahrung gibt.“ Amen. Skeptikern wird geraten, einfach mal eine Hand in kochendes Wasser zu stecken, dann merkt man schon, wie schädlich Kochen ist.
Ich halte mich also fügsam an die Ratschläge von www.living-foods.com, dem Zentralorgan der Raw-Foodler. Die beste Proteinquelle: Sonnenblumenkerne und Linsen, über Nacht eingeweicht. Überhaupt hat man besser Spaß an langfristiger Planung: Bohnen müssen ab Dienstag regelmäßig geduscht werden, damit sie bis Freitag zu essbaren Sprossen wachsen. Nach fünf Tagen fortgesetzter Heiligkeit ertappte ich mich dabei, wie ich experimentell an einer ungekochten Spaghetti lutschte (nicht empfehlenswert), am sechsten Tag hatte ich mein Erweckungserlebnis: Fleisch! Fisch! Kann man doch auch alles roh essen! Und wenn man das in der Erde verbuddelt, wächst bestimmt auch was draus! Eine geniale Diät. Ergebnis nach einer Woche: zwei Kilo weniger, verblüffend viel Energie, ein frommes Grinsen. Und Gier auf eine heiße Suppe und ein gut verkohltes Steak.
Meike Winnemuth
AMICA Online Redaktion  |  07.05.2012, 12:43
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yasmin2003  |  1 Kommentar  |  05.05.2012, 16:23
die "pillen"
hi, wo bekommt man diese sogenannten pillen?

Nadja  |  09.03.2012, 08:58
Danke Peter Kirsch
Bei dem artikel bekomme ich sofort gute Laune :D einfach spitze ....wenn man es durchlebt habt, ist es noch viel witziger...vielen Dank Peter
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