Körperkult extrem Männer im Schlankheitswahn

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Die Männer machen sich dünn: Eingefallene Wangen, ausgemergelte Hintern und zarte Streichholzärmchen sind plötzlich der heiße Look. Was ist da schief gelaufen, fragt sich Meike Winnemuth.
Text: Meike Winnemuth
© Composing: AMICA Online
Es gibt keinen unattraktiveren Anblick als einen Mann vor einem Salatteller. Männer, die wie Frauen essen und dazu noch matte Ausreden wie „Ich muss später noch zu einem Geschäftsessen“ benutzen, erfüllen unsereins mit stummem Ekel, wie ihn sonst nur Berliner Bands und Roland Koch provozieren. Nützt alles nichts: Seit Atkins ist Abnehmen Extremsport – inklusive dem Recht, mit den Erfolgen zu protzen – und hat mit Steaks zu tun, ist also nicht länger peinlicher Mädchenkram.

Seitdem sind alle Dämme gebrochen: Jungsblätter wie „Men’s Health“ titeln mit „Wampe weg – die 14 besten Abspeck-Tipps“, auf den Laufstegen sieht man kalorienfreie Röhrenhosen und fettreduzierte Jacketts, tiefer gelegte Jeans, die sich an spitze Hüftknochen klammern, und messerscharfe Anzüge von Hedi Slimane und Thom Browne, in denen man wie ein sehr schicker Bestattungsunternehmer aus den frühen 60ern aussieht. Friedlich dahingeschieden sind hingegen die Bundfalte, der Doppelreiher, die Cargopants und überhaupt alles, worin Kerle früher ihre Kilos verstauen konnten.
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