Körperkult extrem Mehr als exzessiv

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Worin sich dünne Männer allerdings von dünnen Frauen unterscheiden: Ihr Gewicht treiben sie meist mit exzessivem Sport in den Keller. Typisch sind Anorexia athletica und Sportbulimie: Fressattacken, gefolgt von Workout-Sessions über mehrere Stunden. Das Phänomen macht sich besonders im Spitzensport breit, wo ein Kilo weniger oder mehr über Sieg oder Niederlage entscheiden kann: bei Langstreckenläufern, Skispringern, Ringern, Turnern und Jockeys. Erbrechen („flipping“ in der Jockey-Sprache), Abführ- und Entwässerungsmittel und vierstündige Saunagänge sind üblich bei Reitern; wie die Skispringer Sven Hannawald (1,84 Meter, 62 Kilo), Janne Ahonen (1,84 Meter, 67 Kilo) und Sigurd Pettersen (1,80 Meter, 56 Kilo) auf ihr Gewicht kommen, kann man nur vermuten. Ein Weltklassespringer hat einen Körperfettgehalt von vier bis fünf Prozent, abnehmen kann er nur noch durch Entwässern oder Abbau von Muskulatur.

Viele gehen für den Sport über Leichen – und sei es die eigene: 1997 starben drei amerikanische Ringer beim Versuch, sich in eine niedrigere Gewichtsklasse zu hungern: Sie hatten im Gummianzug bei großer Hitze trainiert. 2001 starb der deutsche Ruderer Bahne Rabe zwei Tage vor seinem 38. Geburtstag an Magersucht. Als er bei den Olympischen Spielen 1998 Gold im Achter holte, wog er noch fast 100 Kilo, bei seinem Tod 63 Kilo bei 2,03 Meter.
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