Medizin-Trend Die Kumpelfalle

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Allzu vertraut sollte das Verhältnis allerdings nicht werden. Wenn der Doc bei Promi-Partys mittrinkt, der Umgangston zu kumpelhaft wird, kann es schon mal zu Kommunikationsstörungen und Autoritätsverlust kommen. Der Arzt untersucht, findet nichts Körperliches und spekuliert über psychische Ursachen, der Patient reagiert gekränkt, beharrt auf seinem organischen Leiden und zieht zum nächsten und zur Not auch zum übernächsten Mediziner weiter. Wofür sich mittlerweile der schöne Begriff „Doctor Hopping“ gefunden hat.

So etwas könnte Dr. Despeghel nicht widerfahren, für dessen Mission eine Arztpraxis zu eng wäre. Despeghels Website zeigt, dass es kaum ein Lifestyleblatt oder eine TV-Sendung gibt, die noch nicht seinen Expertenrat erbeten hat. Bald gibt es seine erste Samstagabend-Show auf RTL. Thema: Endlich abnehmen. Mit seiner wohl kalkulierten Medienpräsenz gehört Despeghel zur neuesten Variante des Gesellschaftsarztes. Er ist absolut fernsehtauglich und kann einleuchtend und unarrogant erklären, warum es besser wäre, sich zu bewegen. „Es geht um Lifestyle-Modification. Anders ausgedrückt: Wie bekomme ich mein Leben geändert?“, sagt der Doktor, dessen Oberkörper man das Fitnessstudio ansieht. „Eine Frau fing nach einer TV-Sendung über uns an, Sport zu treiben. Und danach fand sie den Mut, ihren Freund zu verlassen.“ Auch eine Art von Heilung.
Nager  |  11.10.2011, 13:59
?
Eine wohlfeine Hymne an einen Großen. Wenn man sich jedoch mal im Internet etwas umschaut, liest man ganz andere Dinge: "...auch finde ich es ziemlich bedenklich, wie er ohne einem die chance auf ein nein zu lassen, schnell auf die pelle rückt ..." oder "...Das Ganze ist nur zu empfehlen, wenn man auf der Suche nach einer skurilen Begegnung ist. Als Arzt überhaupt nicht...." also vielleicht doch nicht ganz so rosig.
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