Medizin-Trend Seelenstreichler

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Nicht alle Weißkittel der Glamour-Szene sind Mediziner, auch Heilpraktiker mit Spezialkenntnissen gehören zum Get-better-Personal. „Zu dem musst du gehen. Die Eigenblutspritzen sind phantastisch!“ empfehlen Hamburger Bekannte gern, wenn man sich schlapp fühlt. Im Wartezimmer sitzen regelmäßig die Chefs großer Verlage und Zeitungen. Klemens Roth empfängt in Anzughose und Hermès-Krawatte und am schweren Eichenschreibtisch werden statt der Blutwerte erst die letzten Erfolge im Beruf durchgesprochen.

Und dann lobt der Heilpraktiker. Er lobt, wie es sonst keiner tut. Und während die Eigenblutspritze noch ein wenig schmerzt, fühlt man sich auf einmal selbstbewusst. Anerkannt. Von jemandem, der gar nicht müsste. Wenn die Sprechstundenhilfe einen neuen Termin vorschlägt, nimmt man gern an und kauft die teuren Vitamine, die keine Krankenkasse ersetzt, mit der tiefen Überzeugung, dass alles gut wird.
Nager  |  11.10.2011, 13:59
?
Eine wohlfeine Hymne an einen Großen. Wenn man sich jedoch mal im Internet etwas umschaut, liest man ganz andere Dinge: "...auch finde ich es ziemlich bedenklich, wie er ohne einem die chance auf ein nein zu lassen, schnell auf die pelle rückt ..." oder "...Das Ganze ist nur zu empfehlen, wenn man auf der Suche nach einer skurilen Begegnung ist. Als Arzt überhaupt nicht...." also vielleicht doch nicht ganz so rosig.
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