Ihre Familie isst kaum KohlenhydrateWie gefährlich ist die Gwyneth-Paltrow-Diät?

von AMICA Online Redakteurin
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Mal trank sie literweise Säfte bestehend aus Kohl, Zitronensaft, Wasser und Agavensirup, mal versuchte sie sich makrobiotisch – also nach dem Ying- und Yang-Prinzip des Zen-Buddhismus ausgewogen – zu ernähren. Dass Gwyneth Paltrow mit Diäten experimentiert und sich extrem mit Essen beschäftigt, ist bekannt. Die Passion der 40-Jährigen geht sogar so weit, dass sie Lieblingsrezepte auf ihrem eigenen Food-Blog „Goop.com“ teilt.

In ihrem neuen Kochbuch „Its all good“ (zu Deutsch: „Es ist alles gut“) verrät Gwyneth Paltrow nun, dass nicht nur sie Kohlenhydrate meidet, sondern diese auch ihrer Familie verbietet. Getreidespeisen kommen bei ihr nicht auf den Tisch, weil die angeblich schlecht für ihre Kinder Apple, acht, und Moses, sechs, sind. Denn: Alle Familienmitglieder, inklusive Ehemann Chris Martin, wiesen eine Glutenunverträglichkeit auf.

„Jeder Ernährungsberater, Arzt oder gesundheitsbewusste Mensch, dem ich je begegnet bin, bestätigt mir, dass [Gluten] schwierig für den Körper ist. Viele von uns sind bestenfalls intolerant und schlechtestenfalls allergisch dagegen“, schreibt die Schauspielerin. In der Tat ist klinisch bestätigt, dass das im Getreidekorn vieler Arten vorkommende Klebereiweiß gesundheitliche Beschwerden auslösen kann.

„Bei Glutenunverträglichkeit entwickelt sich eine chronische Entzündung des Dünndarms“, erklärt die Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Dr. Petra Ambrosius. International steigen die Krankenzahlen an, bislang sind nur 0,3 Prozent der Deutschen betroffen. Doch die Expertin weiß: „Es gibt eine hohe Dunkelziffer, weil die Symptome so vielfältig sein können.“ Patienten litten unter Bauchschmerzen und Durchfall, aber auch an Kopfschmerzen und Allergien.

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Ist Gwyneth Paltrows glutenfreie Ernährungsweise also für alle Menschen zu empfehlen? „Nein“, streitet Dr. Petra Ambrosius ab. „Eine extrem kohlenhydratarme Ernährung stört den Energiehaushalt im Gehirn und kann insbesondere bei Kindern gefährlich werden.“ Hier müsse die fehlende Energie etwa durch Obst und Gemüse oder Nüssen und Mandeln zugeführt werden und das wiederum erfordere viel Wissen und Können.

Auch die allgemeine Annahme es schütze Babys vor Allergien, wenn sie keinen Weizen- oder Haferbrei äßen, bestätigt sich nicht. Die medizinischen Fachgesellschaften für Säuglingsernährung empfehlen im Gegenteil, das Immunsystem der Kinder an Gluten zu gewöhnen. Ambrosius rät hier, ab einem Alter von einem Jahr zu starten. „Vorsicht ist jedoch geboten, wenn bereits Allergien in der Familie vorkommen“, warnt die Beraterin.

Was bei Gwyneth Paltrows Ernährungserziehung also fast manisch erscheint, hat durchaus Sinn. Beziehungsweise hätte. Denn deren Äußerung „Manchmal, wenn wir keine Pasta, kein Brot oder Reis essen, leiden wir an diesem spezifischen Hunger, der vom Mangel an Kohlenhydraten kommt“, findet Dr. Ambrosius alamierend. „Wer ein so starkes Verlangen nach Kohlenhydraten hat, macht etwas falsch“, meint die Expertin „und sollte dringend sein Essverhalten überdenken“.

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