Langfristige Diät-ErfolgeSo besiegen Sie den Jo-Jo-Effekt

von AMICA Online Redakteurin
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© Reuters

Wer schon einmal eine Diät gemacht hat, weiß um das Problem dabei: Kaum freut man sich über sein erreichtes Wunschgewicht, zeigt die Waage auch schon eine höhere Zahl an als jemals zuvor. „Jo-Jo-Effekt“ heißt dieses Horrorszenario aller Abnehmwilligen, das auch Stars wie Christina Aguilera, Mischa Barton oder Jessica Simpson erleben.

„Im Grunde besteht bei jeder Diät die Gefahr, dem Jo-Jo-Effekt zu unterliegen“, weiß Fitnesstrainer und Ernährungscoach Reza Hojati. „Da der Körper verminderte Energiezufuhr automatisch mit einer Hungersnot verbindet, setzen sich nach dem Verzicht schneller wieder Fettpölsterchen an.“ Denn der Körper befindet sich nach Diäten noch im so genannten Hungerstoffwechsel und speichert zugefügte Energie als Reserve für schlechte Zeiten. Jede Ernährungsumstellung, die schnellen Gewichtsverlust verspricht und mit strengem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel einhergeht, trickst den Körper daher nur für kurze Zeit aus.

„Wenn Betroffene nach einer Diät wieder in alte Essgewohnheiten zurückfallen, nehmen sie sogar schneller an Gewicht zu“, sagt Reza Hojati. Nach einer Diät stehen Viele also wieder da, wo sie angefangen haben – dick und unzufrieden.

Stress für den Stoffwechsel

„Der Jo-Jo-Effekt bedeutet für den Körper Stress“, erläutert der ehemalige Leistungssportler weiter, „dadurch baut sich Muskelmasse ab und Fett lagert in den Zellen ein“. Bei einer Gewichtszunahme nach einer
Diät verstärke sich dann wiederum der Wunsch nach einer erneuten
schnellen Reduzierung und der Kreislauf beginne von vorn. Gerade diese
psychische Komponente sei laut Hojati besonders quälend.

© Colourbox.de

Um das Wunschgewicht langfristig zu halten gilt es, die Ernährung nicht extrem und sofort, sondern langfristig und gezielt umzustellen. Das wirkt sich weniger stark auf den Stoffwechsel aus. Zudem sollten Menschen mit Übergewicht lernen wieder auf das eigene Körpergefühl zu hören. „Schließlich“, erklärt der ehemalige Leistungssportler, „weiß der Magen am besten, welche Nahrungsmittel und wie viel davon jeden Tag ausreichen.“

Bei dem von ihm entwickelten „Schlankness-Konzept“, verzichten
Betroffene daher nicht auf bestimmte Lebensmittel, sondern essen, worauf
sie gerade Lust haben. Wichtig dabei: Sobald das Sättigungsgefühl einsetzt, hören sie auf zu essen. Reza Hojati hält außerdem die Orientierung am Body-Mass-Index für falsch. Anstatt unbedingt in ein Raster passen zu wollen, sollte man sich lieber langfristig im eigenen Körper wohl fühlen. Dabei gilt es als ganz natürlich, dass im Laufe des Lebens das Gewicht im Bereich von ein bis drei Kilogramm schwankt. „Von außen vorgegebene Idealbilder gehören also aus dem Kopf gestrichen“, betont Reza Hojati.

Wer seinen eigenem Urteilsvermögen nicht vertraut, der kann sich an einer Untersuchung aus dem Jahr 2010 orientieren. Damals fanden US-Wissenschaftler heraus: Im Kampf gegen den Jo-Jo-Effekt hilft es, eiweißreiche Nahrung aufzunehmen und Fett sowie stärkehaltige Produkte zu vermeiden.

Gewichtsschwankungen sind gesünder als dauerhaftes Übergewicht

Der Jo-Jo-Effekt ist übrigens trotz Belastung für den Stoffwechsel keine Entschuldigung dafür, bei seiner alten Ernährungsweise zu bleiben. Denn wie Wissenschaftler der Ohio University jüngst publizierten, ist er deutlich gesünder als permanentes Übergewicht. Das legen ihre Daten aus Tierversuchen nahe. Mäuse, die alle vier Wochen abwechselnd mit fettreicher und fettarmer Nahrung gefüttert wurden, lebten sogar 25 Prozent länger als Versuchstiere, die permanent kalorienreiche Nahrung bekamen.

Gewicht und Blutzuckerspiegel der Mäuse hätten sich laut Forschungsleiter Edward List während der Phasen gesunder Ernährung jeweils normalisiert. Der Diabetologe rät Übergewichtigen daher dringend, trotz Jo-Jo-Gefahr eine Diät zu versuchen.

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