Schönheitswahn international Die globale Epidemie

S. 2/3

 

© Taschen /Schönheitschirgurgie
Das Spiel wird international gespielt: Schönheitswahn ist eine globale Epidemie. Frauen sind bereit, so ziemlich alles für ihre Perfektionierung zu tun. Sie lassen sich beschneiden, unterspritzen und Fremdkörper einbauen.
Schon jede zweite Frau hierzulande ist zumindest nicht abgeneigt, sich ihres Exterieurs wegen unters Messer zu legen, im letzten Jahr wurden in Deutschland etwa 400000 ästhetisch-plastische Operationen durchgeführt. Schönheit ist eine Religion unserer Zeit. Keine Facharztgruppe hat einen höheren Zuwachs – gegenüber dem Vorjahr satte 20,5 Prozent.

Früher dem Jetset vorbehalten, sind Schönheits-OPs mittlerweile ein Massenphänomen, so faszinierend vielschichtig, dass die Life-style-Verlegerin Angelika Taschen („California Interiors“) jetzt das Grundlagenwerk zum Thema herausgegeben hat: „Schönheitschirurgie“, ein Buch, in dem sich jeder,
der etwas an oder aus sich machen lassen möchte, bis hin zum kleinsten Schnitt informieren kann. Jeder andere, der nicht im Traum daran denkt, bekommt genug Argumente und geschichtliche Hintergründe geliefert, um mitreden zu können.

Ein Wälzer, der wegen der teilweise schockierenden
Fotos nicht herumliegen sollte, wenn kleine Kinder im Haus sind, aber unbedingt, wenn man leichtsinnige Töchter im Teenageralter hat. Ein Viertel der Frauen, die sich unters Messer legen, sind nämlich zwischen 15 und 25. Sie wollen nicht jünger, sondern – ganz ungeachtet ihrer eigenen ethnischen Herkunft – „besser“ aussehen: so wie Uma Thurman, Jennifer Lopez oder Angelina Jolie. Dabei verblüfft der Trend zur Normästhetik. Wehe, jemand trägt den gleichen Rock. Die gleiche Nase stört offenbar nicht weiter. (Niemand will aussehen wie Cher. Gerade das wird ihnen aber nicht erspart bleiben, wenn sie so weitermachen.)
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Die globale Epidemie
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