Nathalie von Bismarck 115 Kilo und zurück

 

Dünn sein ist Statussymbol. Was also, wenn eine schwangere Gräfin ihr Gewicht verdoppelt? Nathalie von Bismarck darüber, wie sie erst unsichtbar wurde und dann gegen die Pfunde siegte.
Text: Veronika Schaller
© Riva Verlag
"Du bist fülliger geworden, nicht wahr? Das ist gut für das Baby!“ freuten sich Freunde und Verwandte für Nathalie von Bismarck, als sie während der ersten Schwangerschaftsmonate zehn Kilogramm zunahm.

Und auch die Frau von Graf Carl-Eduard von Bismarck, dem zukünftigen Fürsten von Bismarck, machte sich keine Gedanken. Schließlich war sie immer dünn gewesen, wog bei einer Größe von 1,80 Metern gerade einmal 55 Kilogramm und hatte sich über ihre Maße nie Gedanken gemacht. Dann aber passierte das unfassbare: Bis zur Geburt ihres Sohnes verdoppelte sich ihr Gewicht.

Heute hat die wieder erschlankte 39-Jährige ihre Erfahrung in Worte gefasst. In „Unsichtbar“ schreibt sie über Demütigungen, Schmerz und Hoffnung.
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AMICA Online: Frau von Bismarck, wie kamen Sie auf die Idee zum Buch?
Nathalie von Bismarck: Schon während meiner Schwangerschaft habe ich mir Notizen gemacht, wenn ich besonders wütend war. Einen Monat nach der Geburt meines Sohnes fasste ich dann den Entschluss ein Buch zu schreiben. Weil ich Frauen helfen möchte, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.

Warum haben Sie den Titel „Unsichtbar“ gewählt?
Je mehr man an Masse zulegt, umso unsichtbarer wird man. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. Wenn mir etwa als dünne und fitte Frau etwas auf den Boden fiel, halfen mir sofort ein paar Männer alles wieder aufzusammeln. Als ich fett war und ich mich kaum bücken konnte, bot sich niemand an. Ich sage nicht, dass das böse Absicht war. Aber meiner Meinung nach ignorieren die Leute Dicke, weil ihr Anblick nicht in ihr unbeschwertes Leben passt.
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Ist es für eine Adelige schlimmer übergewichtig zu sein, als für normale Menschen?
Zwar gilt eine schlanke Figur gerade in meinen Kreisen als Statussymbol, aber ob adelig oder nicht – alle dicken Menschen leiden gleich, wenn etwa hinter ihrem Rücken gelästert wird. Bei mir kam noch die Enthüllung in der Öffentlichkeit hinzu. Wenn meine Fotos ganze Klatschmagazinseiten ausfüllten und ich Kommentare über mein Gewicht lesen musste, tat das weh.

Waren öffentliche Demütigungen der härteste Part dieser Erfahrung?
Nein, am härtesten waren die Schmerzen. Irgendwann ging es mir nicht mehr darum, wie ich aussah. Ich wollte einfach, dass es aufhörte weh zu tun. Meine Knie brachen unter meinem Gewicht zusammen und mein Rücken schmerzte fürchterlich.

Warum hatten Sie so stark zugenommen?

Zwar achtete ich auf meine Ernährung, lagerte aber extrem viel Wasser ein. Im vierten Monat sah ich aus wie im siebten. Und als ich im siebten Monat zum Arzt ging, sagte der: „Egal was sie essen, sie werden dicker und dicker werden.“ Das ist genetisch bedingt, obwohl es in meiner Familie noch keinen derartigen Fall gab.
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Hatten Sie so etwas wie einen Tiefpunkt während dieser Zeit?
Allerdings. Kurze Zeit vor der Geburt brach die Toilettenschüssel unter meinem Gewicht auseinander. Was sich jetzt lustig anhört, brachte mich damals zum Weinen.

Und wie haben Sie sich Ihre positive Lebenseinstellung bewahrt?
Mein Humor rettete mich. Ich sagte etwa zu meinem Mann: „Je dicker ich werde, umso mehr kann ich nachher abnehmen“. Natürlich hatte ich Angst, weil ich kein Licht am Ende des Tunnels sah. Aber irgendwie wusste ich, dass ich nicht immer so aussehen würde.
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Titel: Unsichtbar
Text: Nathalie von Bismarck
Verlag: Riva
Preis: 12,95 Euro
Und so war es auch. Wie haben Sie wieder abgenommen?
Ich aß ausgewogen und verzichtete auf Kohlehydrate, die in menschlich hergestellten Speisen vorkommen, wie Pasta oder Brot. Low-Carb ist weniger Diät als eine Art sein Leben zu gestalten. Man muss sich weder stressen noch muss man hungern. Aber man darf auch nicht schummeln, sonst tritt der Jo-Jo-Effekt ein.

Wie kontrollieren Sie ihr Gewicht momentan?
Ich bin immer noch auf Diät und will fünf weitere Kilogramm abnehmen. Dann habe ich mein Ursprungsgewicht erreicht und werde mir ein Mal pro Woche ein Wunschgericht gönnen. Es ist gut, seinen Körper ab und an zu schockieren …

Wie haben Bekannte auf ihre Rückverwandlung reagiert?
Manche haben mich auf der Straße nicht erkannt. Viele aber waren begeistert und haben mir gesagt wie toll ich aussehe. Es gab auch einige Frauen, die plötzlich nicht mehr mit mir reden wollten, weil sie neidisch waren. Als Dicke hatte ich keine Gefahr für sie dargestellt und jetzt werde ich wieder als Konkurrentin gesehen.
© Riva Verlag
Können Sie Ihren Erlebnissen auch eine positive Seite abgewinnen?
Ja, es war auf jeden Fall war auch eine gute Erfahrung und Bereicherung. Zwar war ich immer ein sozialer Mensch, aber ich habe mich fettleibigen Menschen gegenüber anders verhalten. Früher hätte ich Ihnen vielleicht nur die Tür aufgehalten. Heute sehe ich mich selbst in ihnen, schenke ihnen ein Lächeln, nehme mir Zeit und helfe so viel ich kann.

Was raten Sie übergewichtigen Frauen?
Kümmert Euch nicht darum, was andere denken oder sagen. Und: Ihr könnt alles schaffen. Das Einzige was Ihr hierfür braucht ist Willenskraft.
M  |  20.07.2011, 13:20
55kg bei 180cm Körpergröße...
...ist äußerst ungesund und zu dünn. Bitte nicht nachmachen.

sara  |  31.01.2011, 23:39
kommentar
der kommentar ist allgemeingültig und soll nicht persönlich genommen werden :)

sara  |  31.01.2011, 23:35
frauen und ihre figur
liebe sonja, ich freue mich ja für dich, wenn du einen weg zum abnehmen für dich gefunden hast! kling für mich aber eher wie werbung für ein ungesundes abnehm produkt! wieso ernährt man sich nicht einfach gesund??????????? kein fastfood,keine fertiggerichte,und den ganzen süßkram zwischendurch weg lassen! natürlich ist so ein konsequenter verzicht auch nicht ganz richtig, weil dann der heißhunger kommen kann... ) aber wenn man sich gesund ernährt und nicht frisst darf man auch mal sporadisch "sündigen". und natürlich sollte regelmäßige bewegung selbstverständlich werden. ich glaube viele haben den gesunden umgang mit nahrungsmitteln und essverhalten verlernt-aber falls man es alleine nicht schafft ist eine seriöse beratung wirklich zu empfehlen und nichts verwerfliches :) l.g.
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