Entspannung total Kreativer durchs Nichtstun

S. 4/5

 

© zefa
Vorteil Nummer drei: Wer regelmäßig chillt, wird von der Muse geküsst.
Computerdesigner Alan Kay verlangte in seinem Büro nach einer Dusche, weil er nur dort richtig nachdenken könne. Seiner Firma Xerox war diese Anschaffung zu teuer. Der Designer wechselte zu Apple, bekam die gewünschte Nasszelle und entwickelte dort den Mac und das Notebook. Der Chemiker August Kekulé von Stradonitz kam der Struktur von Benzol während eines Nickerchens auf die Schliche. Archimedes entdeckte das Auftriebsprinzip zufällig beim Baden.

Die Botschaft ist eindeutig: Kreativität entsteht in Phasen der Muße. Unter Stress greift das Gehirn meist auf bewährte Denkmuster zurück. Ruhepausen bieten die Möglichkeit, bewährte Verknüpfungen zu lösen und neue Verbindungen einzugehen. Verantwortlich dafür ist vor allem die Hippocampus-Region, die unsere Sinneswahrnehmungen filtert. „Bei Stress funktioniert dieser Filter nicht mehr richtig. Unwichtige Reize überfluten das Gehirn, die Konzentration lässt nach, wichtige Dinge entfallen uns“, erklärt Gesund-heitswissenschaftler Axt. Kein Zufall also, dass einem die besten Ideen vor allem dann kommen, wenn man entspannt ist. Das Gehirn kann aus der Routine ausbrechen, wir werden leistungsfähiger und schlagfertiger.
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