Detox-SelbsterfahrungSchlank in den Frühling mit heißem Wasser und Reis

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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Weg mit Cola, her mit heißem Wasser: AMICA-Online-Autorin Kerstin Kotlar auf Detox-Trip

Zeit für Frühjahrsputz – auch in unserem Körper. Die Übergangsjahreszeiten sind am besten geeignet unsere Organe wieder sauber und fit zu machen. Deswegen habe ich schon im Herbst ein Entgiftungsprogramm ausprobiert.

Nach Ayurveda heißt der große Trend jetzt nämlich Detox, in Abkürzung des englischen „detoxification“ also Entgiften, wovon es viele Variationen gibt. Zu viel Fett, zu viel Kaffee, zu viel Alkohol, zu viel Salz und Zucker – all dies verursacht Wohlstandsgifte, die ausgespült werden sollen. Stars wie einst Diana und heute Gwyneth Paltrow schwören beispielsweise auf Dr. Nish Joshi und seine „Holistic Detox“-Diät. Cate Blanchett und Elle Macpherson gelten ebenfalls als Entgiftungsfans.

Eine Woche nach diesem Prinzip, aufgebaut auf der Fünf-Elemente-Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat das Hotel „Esplanade Resort & Spa“ in Bad Saarow angeboten. Ähnliche Programme gibt es auf Mallorca oder in der Toskana, Kochbücher propagieren mit „Soulfoud“ Essen für die Seele. Von Diäten halte ich ja nichts, aber „Reinigung und Regeneration des gesamten Organismus: für Ihr Wohlfühlgewicht, für Stressabbau, für Ihre Schönheit“, wie das intensive Fünf-Tages-Programm angepriesen wird, klingt gut. Übersäuert ist mein Körper bestimmt, gestresst sowieso – also verspreche ich mir wie sechs andere Teilnehmer viel von der Auszeit.

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„Bekommst du da überhaupt was zu essen?“, fragten meine Kollegen vorher. Auf das Schlimmste vorbereitet sind alle Detox-Willigen ganz begeistert vom ersten Abendessen: Kürbis- und Sellerie-Würfel mit Reis – alles ungewürzt, der Reis beinahe zu Suppe verkocht. Optisch kein Genuss. Aber Sesamsalz (Gomasio) und jede Menge Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Minze bringen doch Geschmack ins Entgiftungsmahl.

Bloß gut trotzdem, dass wir getrennt sitzen von den anderen Hotelgästen und Leckereien wie gebratenem Ziegenkäse, Zanderfilet und Zitroneneis. Und dann ist da noch die Sache mit dem heißen Wasser. Das gibt es zu jedem Essen.

„Denn wenn wir beispielsweise Tee stattdessen nehmen würden, müsste der auch wieder verstoffwechselt werden“, erklärt Ingrid Ulbrich. „Dafür benötigt der Körper drei bis vier Stunden ‚Arbeit‘“. Kaltes Wasser müsste erst erwärmt werden. Beim Detox geht es jedoch darum, den Körper zu schonen. Die Entgiftungsexpertin hat zusammen mit dem Hotel die Detox-Woche auf Basis der Fünf-Elemente-Lehre ausgearbeitet.

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Schon für die Vorwoche habe ich mich an die Anweisungen gehalten: keine Kuhmilch, kein Weizenmehl, kein weißer Zucker und kein Schweinefleisch. Gestrichen sind ab sofort: Kaffee, Alkohol, Fleisch, tierisches Eiweiß und leider auch Schokolade. Definitiv der härteste Verzicht. Auf dem Programm stehen am idyllischen Scharmützelsee neben der speziellen Ernährung: täglicher Frühsport um sieben Uhr mit Hula-Hoop, Massagen und theoretische Einführungen in die Fünf-Elemente-Lehre. Dazwischen immer wieder mehrere Schlückchen heißes Wasser.

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Gesundheitsexpertin Ingrid Ulbrich erklärt, wie die Meridiane im Körper und die Verdauung zusammenhängen.
Das Prinzip

Die fünf Elemente stehen im TCM einerseits für die Jahreszeiten: Holz für Frühling, Feuer für Sommer, Erde für Spätsommer, Metall für Herbst und Wasser für Winter. Andererseits finden sie sich, unter anderem abhängig vom Geburtsdatum, in unserem Körper wieder. In organischen, psychologischen und psychosomatischen Anteilen verraten sie uns, welche Lebensmittel uns guttun.

Eine wichtige Rolle in der Fünf-Elemente-Lehre spielt der sogenannte „3-fach Erwärmer“ in unserer Körpermitte. Sobald wir etwas Kaltes essen, wird ihm Energie entzogen. „So verbrauchen wir unnötig Nierenenergie“, erläutert Ulbrich. „Aus Sicht der TCM ist es wichtig, die Mitte – das Milz-Chi – zu nähren, und das mit erwärmenden Nahrungsmitteln.“ Denn die Lehre teilt unser Essen nicht in die Kategorien Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate ein. Vielmehr als um die Geschmacksrichtungen wie sauer, bitter, süß, pikant und salzig, geht es außerdem um deren thermische Wirkung wie heiß, warm, neutral, erfrischend und kalt.

Entscheidend ist außerdem, dass Lebensmittel zum richtigen Zeitpunkt verzehrt werden. Der Organuhr der Lehre zufolge hat nämlich jedes Organ zwei Stunden, in denen es optimal arbeitet. Das bedeutet beispielsweise, dass abends keine Rohkost empfohlen wird und Obst am besten zwischen zehn und zwölf Uhr morgens verstoffwechselt wird.

Wie die ausführliche Analyse – mehr als 60 Fragen zu Lieblingsfarben und -Jahreszeiten aber auch zu Krankheiten in der Familie sowie eigenen Beschwerden – durch Gesundheitsexpertin Ulbrich ergeben hat, bin ich organisch betrachtet Metall-Element. Sie leitet daraus beispielsweise ab, dass ich trockene Haare und Haut habe. Stimmt.

Es kommen allerdings auch weniger plausible Erkenntnisse zum Vorschein: Ab 40 geht das Leben erst los, was sie an meinem psychosomatisch Holz-Typ erkennt. Nun ja. Ernährungstechnisch heißt das, dass Granatapfel und Kirschsaft für mich wärmende Lebensmittel sind, Brombeeren oder Himbeeren neutral und Couscous oder Weizen erfrischend. Insgesamt stehen auf meiner Liste fast nur Dinge, die mir schmecken – auch Champagner. Wie schön – für nach der Detox-Woche.

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Schlank in den Frühling mit heißem Wasser und Reis
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AMICA Online  |  16.03.2012 09:25
Alba
Hallo Alba, da haben Sie selbstverständlich recht, dass diese Ernährung auf Dauer einseitig wäre. Deswegen wird das Detox-Programm nur fünf Tage oder eine Woche empfohlen. Anschließend lassen sich ein paar Dinge mit in den Alltag nehmen (sh. Seite 2) und Sport gehört natürlich auch dazu. Viele Grüße Kerstin Kotlar

Babs  |  15.03.2012 11:18
Chinesische Weisheiten
Mir ist das alles nicht fremd, ich habe 3 Jahre in China gelebt. Alle Lebensmittel werden dort in "kühlen oder wärmen den Körper" eingeteilt und ob sauer oder süß oder salzig. Jedenfalls aber gibt es dort genauso viel Fette wie bei uns, vorwiegend die Jugendlichen, die nur noch bei MCD und KFC rum hocken, weil es doch so "in" ist.

Alba  |  15.03.2012 10:35
Unausgewogen!
Bei so viel Reis nimmt man doch proportional zu viele Kohlenhydrate zu sich und zu wenig Eiweiß. Da ist die Gefahr groß, Muskeln abzubauen. Lieber ausgewogen essen und regelmäßig Sport treiben, das tut dem Körper langfristig gut. Und kostet nicht die Welt...

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