US-Studie enthülltSchönheitsoperationen machen nicht attraktiver

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Die Brustvergrößerung gibt es im Schnitt für 5800 Euro, die Bauchstraffung für 5400 Euro und die Faltenbehandlung für 345 Euro. Diese Zahlen hat „Mybody.de“, ein deutsches Informationsportal für Ästhetik und Gesundheit, in seinem Gesamtkostenindex für Schönheitsoperationen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Hollywood-Stars wie Megan Fox, Jane Fonda oder Madonna machen es vor. Jedes Jahr lassen sich, laut Statistischem Bundesamt, auch in Deutschland mehr Menschen ihr Aussehen etwas kosten. Doch sind sie danach tatsächlich schöner?

Eine neue Studie des New Yorker Lenox Hill Hospital enthüllt: Die Menschen werden nach der Operation nicht attraktiver wahrgenommen. Dafür wurden 49 Patienten zwischen 42 und 73 Jahren, die eine Schönheitsoperation bekommen hatten, auf Vorher-Nachher-Fotos beurteilt. Einerseits sollten die Testpersonen das Alter der Patienten schätzen und andererseits die Attraktivität auf einer Skala von eins bis zehn bewerten. Die Testpersonen bekamen nicht die gleiche Person zu sehen. Es zeigte sich, dass die Operierten zwar durchschnittlich um drei Jahre jünger geschätzt wurden. Aber auf der Attraktivitätsskala hatte sich nichts verändert.

Diese Stars bereuen ihre Schönheits-OPs
Der Hauptverantwortliche der Studie, Dr. Joshua Zimm, relativierte in „The New York Times“ die Ergebnisse: „Ich möchte nicht, dass die Menschen denken: ‚Oh, wenn ich ein Facelifting bekomme, sehe ich nur drei Jahre jünger aus.‘ Diese Studie bezieht sich auf Menschen, die lediglich ein Augen- oder Brauenlifting hatten.“ Andere Behandlungen wie Botox spielten hier keine Rolle. Zimm ist der Meinung, dass „ein signifikanterer Unterschied in der Attraktivität sichtbar wird, wenn wir eine größere Stichprobe haben und nur die Attraktivität analysieren“.

Von Kollegen bekam der Untersucher viel Kritik. Der Schönheitschirurg Eric Swanson etwa beanstandete die negative Darstellung der Resultate. Nancy Etcoff, Psychologin an der Harvard Medical School, bemängelte, dass beispielsweise keine Laser-Behandlungen oder Fettunterspritzungen berücksichtigt wurden. Denn gerade Altersflecken oder der Verlust von Straffheit entschieden darüber, ob wir jemanden als älter oder jünger einschätzten. „Die Testpersonen betrachteten ein Gesicht, das in mancherlei Hinsicht älter und in anderer jünger aussieht“, sagt Ercoff in „The New York Times“. „Es ist schwierig für sie und verwirrend.“ Viel mehr als das Alter liegt die Schönheit ohnehin im Auge des Betrachters.

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