Vielfalt statt Magerwahn, bitte!Frauen protestieren in BHs gegen Victoria's Secret

© Instagram/Kendra Hyett
Diese fünf Frauen, und ein Mann, protestierten in San Francisco gegen den Schlankheitswahn bei Victoria's Secret
Selbstbewusst haben sich die Frauen aufgereiht. Verschiedenen Alters, verschiedenen Aussehens, in Bikinis und Badeanzügen. Es war kein Treffen von Victoria’s-Secret-Engeln wie Candice Swanepoel oder Alessandra Ambrosio an diesem Tag im Juni 2013, vor einem Store der Dessous-Kette in San Francisco. Statt Endlosbeinen, durchtrainierten Bäuchen und definierten Armen, na statt fleischgewordener Perfektion eben, sahen die Passanten normale bis ausgeprägte Rundungen.

Die neue Bademodekollektion von Victorias Secret präsentierten Candice Swanepoel, Karlie Kloss und Alessandra Ambrosio in Los Angeles. Drei Engel für Sommer-Sonne-Gefühle.Das was sich hier abspielte, nannte sich „Operation Real Bodies Real Love“, (zu Deutsch: "Operation echte Körper, echte Liebe“) und war eine Aktion der Gruppe About-Face – einer gemeinnützigen Organisation, die Frauen beim Umgang mit medialen Botschaften helfen will. Damit diese sich laut der Gründer nicht negativ auf Selbstbewusstsein und Körperbild auswirken.

„Ich schwöre, meinen Körper zu lieben“, „Selbstliebe“ oder „Tipps für die Liebe zum eigenen Körper“, proklamierten die Schilder der fünf Aktivistinnen und des einen Aktivisten, die sich vor dem Laden aufgestellt hatten. Damit demonstrierten sie gegen das unrealistische Schönheitsideal, welches ihrer Meinung nach von Mode-Labels wie Victoria’s Secret kreiert wird.

„Wir suchen Menschen jeglicher Form, Größe, Herkunft und jeglichen Geschlechts, wenn wir am Union Square marschieren“, hieß es im Facebook-Aufruf von About-Face. Geschäftsführerin Jennifer Berger sagte in einem Interview mit dem TV-Sender ABC: „Nicht jeder muss aussehen wie ein Victoria’s-Secret-Model, um sich attraktiv zu fühlen.“

Immer mehr Konsumenten begehren gegen die Werbebotschaften und den Magerwahn der Branche auf. Jüngst sorgte ein altes Interview von Abercrombie-&-Fitch-Chef Mick Jeffries für einen Internet-Shitstorm gegen das Unternehmen. Weil er erklärt hatte, er wolle seine Kleider nur an den „cool Kids“ sehen. Mode in Übergrößen sucht man in seinen Geschäften vergeblich.

Auch, dass Roberto Cavalli die kurvige Beyoncé in einer Designer-Skizze strichmännchendürr dargestellt hatte, löste allgemeines Entsetzen aus. „Cavalli lässt Beyoncé in dieser lächerlichen Zeichnung außerirdisch aussehen“, „In echt sieht ihr Körper viel besser aus, das ist eine Schande“ oder „auf diesen Stäbchen könnte sich Beyoncé nicht aufrecht halten“, sind nur drei von hunderten Kommentaren in sozialen Netzwerken.

Der öffentliche Wunsch nach normalen Frauen in der Modebranche zeigt bereits erste Auswirkungen. Das Übergrößenmodel Justine LeGault etwa schaffte es auf das Cover der „Elle“ Kanada die sehr weibliche Kate Upton gilt als neuer Liebling der Fashion-Branche. Vielleicht also werden auch über den Victoria’s-Secret-Catwalk in naher Zukunft Models mit „echten“ Oberschenkeln laufen. Gerade ist davon aber noch wenig spürbar, hat das Dessous-Label doch vor wenigen Monaten die extrem schlanke Karlie Kloss als Engel engagiert - zum Ärger vieler Facebook-Fans.



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