Parfum-Geschichte In Erinnerungen schwelgen

 

Elsa Schiaparelli steht für Surrealismus, Coco Chanel für Schlichtheit. Verkörpert in den Flakons ihrer Parfums. Die Ausstellung „Flacons – Haute Couture der Düfte“ erzählt ihre Geschichten.
Text: Kerstin Kotlar
© Chanel/Olivier Borde
Einen guten Riecher in Sachen Stil bewies Coco Chanel von Anfang an. Mit ihrem Parfum „Chanel No 5“ revolutionierte die Designerin des Kleinen Schwarzen 1921 die Duftwelt. Erst den fünften Flakon, den Parfumeur Ernest Beaux ihr vorschlug, fand Gabrielle Chanel passend für seine Schlichtheit. Als erstes Parfum trug es den Namen eines Modelabels und ist bis heute das meistverkaufte der Welt.

Ganz im Gegenteil zur schlichten Eleganz von Chanel liebte Elsa Schiapparelli das Spiel mit schrillen Farben (Stichwort „shocking pink“) und exzentrischen Entwürfen. Für das Parfum „Shocking“ der gebürtigen Italienerin entwarf Leonor Fini die Flasche mit Wespentaille. Der Flakon in Form der gläsernen Schneiderbüste wurde legendär. Haften geblieben in der Dufthistorie ist außerdem ihr Parfum „Si“. Juliette Gréco sang „Valse de Si“, komponiert von Henri Sauguet, in den Vierziger Jahren regelmäßig in den Kellern von Saint-Germain-des-Prés.

Diese und viele andere Geschichten erzählt nun die Ausstellung „Flacons – Haute Couture der Düfte“ im Osthaus Museum Hagen in Kooperation mit Douglas.
Dafür lieferte vor allem die außergewöhnliche Sammlung der Münchnerin Beatrice Frankl viele dufte Bausteine. Insgesamt sind in der Ausstellung rund 3000 internationale Exponate rund um die Flakonkunst von 1820 bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zu sehen.

Zu den Ikonen der Parfum-Geschichte gesellen sich Inszenierungen berühmter Fotografen wie Richard Avedon, Herb Ritts oder Bruce Weber. Duftgefäße wie Cremeparfums und Duftlampen schimmern in nostalgischem Glanz, Schmuck- und Taschenflakons sowie Puderdosen zeigen aufwändig gearbeitete Glasformen und -oberflächen. Es ist eine Reise durch die hohe Kunst der Flakons, die neben Elsa Schiaparelli und Coco Chanel Designer wie Christian Dior, René Lalique und François Coty prägten.
Osthaus Museum Hagen
Museumsplatz 3
58095 Hagen
Tel.: +49 2331 207 3138
www.osthausmuseum.de

Öffnungszeiten:
28. November 2010 bis 20. Februar 2011
Di, Mi, Fr 10 bis 17 Uhr; Do 13 bis 20 Uhr; Sa, So 11 bis 18 Uhr
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