Sommerparfums 2013Mehr Duft, mehr Sex?

von AMICA Online Autorin
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© Burberry
Sie verkörpert „Burberry body tender“: Model Cara Delevingne

Zitrus, chypre, blumig oder orientalisch – im Karussell der Duftfamilien kann einem schon mal schwindelig werden. Und doch haben Frauen lieber zu viel, als zu wenig Duftauswahl zur Verfügung. Für jede Fünfte gehört Parfum nämlich zur „Alltagsgarderobe“, rund 30 Liter des Duftwassers verbrauchen wir durchschnittlich in unserem Leben, wie das Kosmetikportal Flaconi.de berichtet. 53 Prozent riechen aber nicht nur an sich selbst gerne einen Duft, sondern finden an Männern besonders elegante Duftnoten sexy. Doch hier heißt es aufgepasst: Wie die angeführte Erhebung weiter zeigt, bedeutet eine große Duftauswahl im männlichen Badezimmer Frauenverschleiß, wenige Düfte weisen hingegen auf eine treue Seele hin. Mehr unterschiedliche Parfums heißt also angeblich mehr Sex.

Ganz von der Hand zu weisen sind diese Zusammenhänge nicht, ist unser Geruchsinn der unterbewusst wirksamste aller unserer Sinne. Rezeptoren unserer Nase analysieren Duftmoleküle, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Besonders beeinflusst wird dabei das limbische System, der Teil des Gehirns, der für Stimmungen und Emotionen verantwortlich ist.

Männer finden eine Frau beispielsweise genau dann besonders attraktiv, wenn sich diese in ihrer fruchtbaren Phase befindet. Wie „Focus Online“ erklärt, ist es nämlich vor allem der weibliche Eigengeruch, der die Männernasen anzieht. Wie passend, dass im kommenden Sommer eher leichte, florale Essenzen angesagt sind, die Weiblichkeit unterstreichen.

Diese Düfte versprechen blumige Zeiten!
pureDKNY, A Drop of Rose
Parfumtrends 2013

„Top im Trend sind 2013 sinnliche Düfte wie zum Beispiel das blumige Just Cavalli, das mit der tropischen Tiaré-Blüte, Orange und Palisanderholz verführerische Akzente setzen will“, erzählt Flaconi-Geschäftsführer und Duftexperte Björn Kolbmüller AMICA Online. Auch Jana Heiderich, Maître de Parfum von Mußler Beauty, klärt auf „Beautypress.de“ über die Trends 2013 auf: „Waren im vergangenen Jahr sehr fruchtige Düfte angesagt, geht es dieses Jahr in die leichte, pudrige Richtung“. Sie erläutert weiter: „Leichte Rosenessenzen sind in diesem Jahr sehr beliebt, aber auch die Pfingstrose wird gerne dazu kombiniert.“ Freche Früchtchen ade, hallo Blütenzauber! – so lautet also der Dufttrend 2013.

Ein Beispiel für den Trend der Rosenessenzen ist die Duftneuheit von Serge Lutens, „La fille de Berlin“. Verliebt in Berlin verbindet der französische Parfümeur und Modedesigner Lutens seine Vorliebe für orientalische Gerüche mit der persönlichen Geschichte seiner Mutter, die mit dem Titel der Kreation gemeint ist. Aus ihren Erzählungen kannte er die glamouröse, sowie rauhe Seite der Stadt und versinnbildlichte Ersteres durch zarten Rosenduft, Letzteres durch intensiv riechenden Pfeffer.

Rosig meinte es auch Parfümeur Michael Almairac, der für Burberry den neuen Sommerduft kreierte: Englische Rose, Jasmin und Cashmeran machen „Burberry body tender“ aus, mit Sandelholz und Ambra rundete Almairac die Komposition ab. Repräsentatorin des Dufts ist eine, die ihre Nase aber eher im Modegeschäft, als in der Parfumwelt stecken hat: Model Cara Delevingne räkelt sich als das neue Gesicht der Werbekampagne auf den Plakaten des Labels.

Ein Hauch von Orient
La Fille De Berlin von Serge Lutens

"Mit Body tender wollten wir ihre [Caras] sanftere, verspieltere Seite erspüren und zum Ausdruck bringen – und diese unbeschwerte Weiblichkeit sowohl im Duft, als auch in der Kampagne vermitteln“, sagt Burberry-Chefdesigner Christopher Bailey.

Cara Delevingne selbst ist begeistert von der erneuten Zusammenarbeit, verdankt sie dem englischen Label doch ihren Durchbruch in der Branche, als dieses sie als Laufstegmodel für seine Herbst-Winter-Show 2010 buchte. Nach dem Auftritt folgten jede Menge lukrativer Angebote, Modeschöpfer Karl Lagerfeld wollte die damals 18-Jährige sogar für seine Haute-Couture-Show von Chanel.

Ganz im Trend 2013 liegt auch eine neue Interpretation des „See by Chloé“-Duftes – Apfelblüte und Jasmin versprühen einen floralen Duft, Sandelholz und Vanille machen die Komposition im Geruch weich, ein wenig Bergamotte verleiht die richtige Frische. Spontaneität – das soll der neue Duft der „See“-Kollektion des französischen Modehauses nämlich vermitteln. Und genau die war von Werbegesicht und Model Bette Franke beim Kampagnenshooting gefordert. In einem unbeobachteten Moment erwischte die Kamera das niederländische Model unbemerkt – et voilà: Schon war das Prinzip des Duftes auch im Foto eingefangen.

Die heimlichen Duftstars

Konkurrenz für den floralen Rosentrend bildet derzeit eine Essenz, die ganz ohne hübsches Werbegesicht und Kampagne einen wahren Hype in der Parfumbranche auslöst. Oud heißt der kostbare Duftstoff, der gerade auf dem europäischen Markt Fuß fasst. Aus Südostasien stammend gewinnt man seine Essenz aus dem Harz des Agar-Baumes, sie versprüht einen ledrig-holzig bis süßen Geruch. Sowohl für Damen- als auch für Herrendüfte geeignet, ist Oud extrem kostbar – ein gut gegärtes Harz kann bis zu 50 000 Euro pro Kilogramm kosten.

Dass Oud gerade jetzt in Europa auf dem Vormarsch ist, erklärt Katharina Junglaß, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Flaconi, wie folgt: „Asien und die arabische Welt stellen für die hiesige Parfumindustrie neue und sehr lukrative Märkte dar. Die Branche orientiert sich mit ihren Produktinnovationen entsprechend an den Zielgruppen dieser Wachstumsgruppen.“

Zitrische Frische
calvin klein ck one summer 2013

Wem die starke Trend-Essenz zu viel ist, der sollte sich eher an deren geruchliches Kontrastprogramm halten. Nude nennt sich der speziell behandelte florale Duftstoff, der zu luftig-leichten Parfums komponiert wird. Der Nude-Wind weht aus Asien, wo die Duft-Manieren kulturell bedingt zurückhaltender sind.

Ganz so von heute auf morgen kam die Oud-Nude-Entwicklung aber nicht, wie die Parfumkennerin erklärt und prognostiziert: „In nächster Zeit werden sicher auch von anderen Marken weitere Düfte hinzukommen. Und, da das Außergewöhnliche stets einen Reiz auf uns ausübt, werden wir die Oud und Nude-Duftkompositionen auch hier in Europa bald schon lieben.“

Aktuell finden die beiden Essenzen bereits Platz in Duftkollektionen von Laurent Mazzone, Maison Francis Kurkdjian oder Nasomatto. Trotz Kopf-an-Kopf-Rennen der neuen Duftstars, bleibt der Dufttrend 2013 noch floral.

Für einen lang anhaltenden Duft gibt Expertin Jana Heiderich weitere Tips: „Ein Duft hält am besten, wenn man diesen auf die pulsierenden Körperstellen wie auf den Hals und die Handgelenke aufträgt. Da durch den Pulsschlag der Duft in Bewegung kommt und sich leicht erwärmt. Eine weitere gute Stelle ist der Nacken und der Haaransatz.“ Sprüht man seinen Lieblingsduft auf Kleidungsstücke, ist allerdings Vorsicht geboten: „Wenn man mehrere Düfte verwendet, kann man maximal zwei Düfte übereinander geben, bei einer höheren versehentlichen Kombination kann der Duft auf der Kleidung schnell kippen.“

Vielleicht sollten wir trotz aller Duftvielfalt im heimischen Badezimmer kein Duftgemisch hervorrufen. Wer weiß, wie unsere Duftwolke auf andere wirkt und wir wollen ja unsere natürliche Duftnote nicht ganz überlagern. Nicht nur der Männerwelt zuliebe.