Pflege-Timing Der Beat entsteht im Kopf

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© Matz Mainka
Ein reiskorngroßes Neuronenbündel im Gehirn gleich hinter dem Nasenrücken, der suprachiasmatische Nucleus (SCN), gibt den Takt vor. Und zwar für etwa 200 inzwischen identifizierte „Uhren“ in unserem Körper. Jedes Organ hat eine andere Uhr, in jeder Körperzelle tickt eine eigene und jede geht nach ihrem eigenen Takt. Sie alle werden vom SCN auf einen 24-Stunden-Rhythmus koordiniert. In der Haut tickt es besonders laut.

Nachtschicht

Der Austausch von toten und sterbenden Zellen durch „Frischzellen“ dauert im Schnitt 27 Tage. In diesem Zyklus werden die Zellen der Oberhaut durch neue ersetzt. Die Haut hat außerdem sehr komplexe Temperaturzyklen. Ihre Durchblutung variiert in einem Ein-Minuten-Rhythmus, entgegengesetzt zum Rhythmus der Muskeldurchblutung. Wenn die Durchblutung im Muskel hoch ist, dann ist sie in der Haut niedriger – und umgekehrt.

„Wir wissen aber auch, dass jede einzelne Zelle der Haut Gene der Rhythmik trägt. Rhythmen prägen die Zellnachbildung, abhängig von der Tageszeit schwanken die Werte der Wasserabgabe, des pH-Werts, der Aktivität der Talgdrüsen, der Hauttemperatur und der Aktivität der Hautbarriere“, sagt Dr. Christiane Bayerl, Dermatologin am Universitätsklinikum Mannheim. „Die Hautbarriere ist gerade nachts besonders stabil. Das führt uns dazu zu fordern, dass nachts eine höhere Konzentration an Wirkstoffen einzusetzen ist.“


So macht es durchaus Sinn, dass zum Beispiel die Firma Stendhal eine „Cure Chrono-Régulatrice Anti-Age Pflege“ aus der Serie Pure Luxe auf den Markt gebracht hat, die den Ausgleich der chronobiologischen Funktionen bewirken und die natürlichen Hautrhythmen wieder in Takt bringen soll. Die Vier-Wochen-Kur besteht aus „Chrono Protect“ für morgens und „Chrono Repair“ für abends.


Außerdem beobachteten Forscher, dass nachts die Hormonrezeptoren in der Haut besonders aufnahmefähig sind. Ein guter Grund also für Nachtcremes mit erhöhter Wirkstoffkonzentration und Phytohormonen (z.B. „Novadiol Nacht“ von Vichy oder „Sérum Végétal Le Sérum“ von Yves Rocher).
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