Pflege-Timing Im Rhythmus der Natur

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© Matz Mainka
Die Natur lehrte uns den Rhythmus der Zeit – Tag und Nacht, die Jahreszeiten, Ebbe und Flut, Mond und Sonne machen ihn messbar und spürbar. Der Chronobiologie verdanken wir jetzt die spannende Einsicht: Auch wir haben eine biologische Zeit. „Einfach alle Funktionen unseres Körpers sind rhythmisch“, sagt Prof. Jürgen Zulley, Chronobiologe, Leiter des Schlaflabors der Universität Regensburg und Autor („Unsere innere Uhr“).

Temperatur und Herzschlag, Sehschärfe und Spermienproduktion, Kraft und Schlafbedürfnis schwanken auf immer gleiche Weise im Laufe eines Tages. Nachts um drei sind wir am kältesten. Zwischen drei und sechs Uhr sterben die meisten Menschen und werden die meisten Kinder geboren. Nachmittags atmen wir besonders schnell. Und am Abend vertragen wir Alkohol am besten. Fast jede Körperfunktion pulsiert im eigenen Rhythmus. Früh morgens etwa aktivieren Neurotransmitter wie Adrenalin und Hormone wie Cortisol den Körper für den Wachzustand. Die Höhe manches Enzym-Spiegels schwankt im Laufe von 24 Stunden um 400 Prozent.

Wer ständig gegen die innere Uhr lebt, wird krank und früher alt, plagt sich mit Schlafstörungen und Depressionen. Das zeigte schon vor Jahren der Physiologe Jürgen Aschoff vom Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie. Er setzte Fliegen einem künstlichen Jetlag aus, indem er ihren Tag mit Leuchtstoffröhren allwöchentlich um sechs Stunden verschob. Ergebnis: Die „Daheimgebliebenen“ lebten um ein Viertel länger als der Jet-Set.
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