Hautpflege im Winter 2012Wellness für gestresste Winterhaut

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Rissige Hände, trockene Gesichtshaut und aufgesprungene Lippen – eindeutig die unangenehmen Nebenwirkungen der Eiseskälte während der Vorfreude auf Weihnachten oder Skiurlaub. Rundherum sind wir schön dick eingemummelt, mit Loop-Schal und Fellwesten gut vor dem kalten Winter geschützt. Für die Haut, besonders im Gesicht, ist es nicht so einfach. Denn sobald das Thermometer unter acht Grad Celsius fällt, produziert sie selbst fast kein Fett mehr. Auch die Feuchtigkeitsversorgung ist im Winter schwieriger.

Da spielt die Haut schon mal verrückt, extrem trockene Partien beginnen zu jucken. Also Christkindlmärkte, Neujahrs-Spaziergänge und Skipisten meiden? Das muss nicht sein. Und deshalb gibt die Hautexpertin von Eucerin, Dr. Annegret Wehmeyer, Tipps, mit welchen Wirkstoffen unterschiedliche Hauttypen die Kälte am besten genießen.

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Dr. Annegret Wehmeyer ist Haut-Expertin von Eurcerin.

Warum macht sich trockene Haut besonders im Winter bemerkbar?
Annegret Wehmeyer:
Während der kalten Jahreszeit stellen die klimatischen Veränderungen eine besondere Belastung für die Haut dar. Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit sowohl im Freien als auch in beheizten Innenräumen deutlich geringer als im Sommer. Daher wird vermehrt Feuchtigkeit über die Haut abgegeben. Das heißt der „transepidermal water loss“, der Wasserverlust über die einzelnen Hautschichten, steigt und die Haut trocknet aus.

Darüber hinaus sind die Talgdrüsen der Haut bei niedrigeren Außentemperaturen weniger aktiv und produzieren nicht immer in ausreichendem Maße die schützenden Hautlipide. Da diese Lipide durch die Kälte zähflüssiger sind, kann sich der Lipidfilm außerdem auch schlechter auf der Hautoberfläche verteilen.

Was gilt es im Winter zu vermeiden, damit die Haut nicht austrocknet?
Alle äußeren Einflüsse, die zu einer vermehrten Austrocknung der Haut führen oder die den Lipidmangel verstärken, sind im Winter besonders ungünstig. Generell gilt gerade während der kalten Jahreszeit, dass allzu ausdauerndes Duschen oder Baden, hohe Wassertemperaturen sowie aggressive Waschprodukte unbedingt vermieden werden sollten, da hierdurch die Haut unnötig ausgetrocknet wird.

Feuchtigkeit fürs Gesicht
Hautpflege im Herbst 2012, Gesichtspflege

Welche vorbeugenden Maßnahmen kann ich ergreifen?
Im Winter benötigt die Haut eine spezielle Pflege. Hautpflegeprodukte sollten idealerweise durch Anwendung verschiedener, einander ergänzender Wirk-Prinzipien umfassend vor dem Austrocknen schützen: Zunächst muss die Haut von außen intensiv mit Feuchtigkeit versorgt werden. Dies geschieht durch die Zufuhr von natürlichen Feuchthaltefaktoren („natural moisturizing factors“, NMFs). Die NMFs können durch ihre hohe Wasserbindungskapazität effektiv Feuchtigkeit in den oberen Schichten der Epidermis festhalten.

Welche Inhaltsstoffe sollten in den Pflegeprodukten enthalten sein?
Neben dem bewährten Wirkstoff Urea sollte die Lotion einen Komplex von feuchtigkeitsbindenden Substanzen enthalten, der die Zusammensetzung der hauteigenen Feuchthaltefaktoren widerspiegelt. Zu diesen Substanzen gehören u.a. Laktat, Pyrrolidoncarbonsäuren (PCA) sowie verschiedene Aminosäuren.

Gleichzeitig zur oberflächlichen Pflege sollte aber auch die Feuchtigkeitsverteilung in den tieferen Schichten der Epidermis optimiert werden. Der Wirkstoff Gluco-Glycerol aktiviert die hauteigenen Wasserkanälchen („Aquaporine“), die den Wassertransport zwischen den Zellen regulieren und dadurch eine gleichmäßige Feuchtigkeitsversorgung durch alle Schichten der Epidermis gewährleisten.

Feuchtigkeit für den Körper

Zusätzlich muss die Hautbarriere aber auch von innen heraus stabilisiert werden, um transepidermale Feuchtigkeitsverluste zu minimieren. Hochwertige hautverwandte Lipide wie Ceramid-3 werden in die natürliche Hautbarriere integriert und gleichen so den bei trockener Haut charakteristischen Mangel an Hautbarriere-Lipiden nachweislich aus.

Wie pflege ich Mischhaut im Winter?
Auch eine Mischhaut braucht durch die vermehrte klimatische Belastung mehr Pflege. Wichtig ist es dabei, die Haut intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen, ohne sie durch zu viele Lipide unnötig zu belasten. Eine Mischhaut sollte daher primär mit leichten, aber hochwertigen Feuchtigkeitsprodukten auf Basis einer Öl-in-Wasser- Emulsion gepflegt werden. Diese ziehen schnell ein ohne einen störenden Fettfilm im Gesicht zu hinterlassen und können deshalb auch sehr gut als Make-up-Unterlage verwendet werden. Die Pflegeprodukte sollten spezifische Wirkstoffe enthalten, die die Feuchtigkeit in der Haut speichern oder eine bessere Verteilung der Feuchtigkeit innerhalb der Epidermis gewährleisten wie z. B. Gluco-Glycerol oder Hyaluronsäure, um so die Haut nachhaltig mit Feuchtigkeit zu versorgen.

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Helfen Vitamine oder eine spezielle Ernährung?
Generell sollte besonders im Winter auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung geachtet werden, da ein Mangel an Vitaminen nicht nur den allgemeinen Gesundheitszustand und die Abwehrkräfte schwächt, sondern sich auch ungünstig auf die Haut auswirken kann. Es gibt aber bisher keine wissenschaftlichen Studien, in denen eindeutig belegt wurde, dass sich durch eine spezielle Ernährung der Hautzustand im Winter positiv beeinflussen ließe. Die wichtigste ernährungs-physiologische Empfehlung ist, auch im Winter ausreichend zu trinken, um der Haut von innen heraus genügend Feuchtigkeit zuzuführen und auf diese Weise einer Austrocknung vorzubeugen.

keko/nj

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