Luxuscremes Kostbar
Exotische Inhaltsstoffe, lange Forschungszeiten: Luxuscremes sind die Hightech-Produkte der Kosmetik. Was können sie wirklich?
© Jens Mauritz
Man muss nur Zeige- und Mittelfinger in eine Dose tauchen, noch einmal versonnen auf den sahnig-weichen Klecks gucken und ihn anschließend bedächtig in die Gesichtshaut massieren. Auf der Stelle fühlt man sich, als hätte man vom Universum ein Upgrade zur Luxusgöttin spendiert bekommen. Es ist zwar nur eine erbsenstückgroße Menge Creme, die man sich gönnt, aber jedes Mal cremen kostet so viel wie ein paar Flaschen Champagner. Und macht genauso beschwipst – von diesem Pfeif-drauf-Gefühl, das jede Kleinlichkeit hinter sich lässt.
Martin Ruppmann, stellv. Geschäftsführer des Verbands der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse (VKE) sagt es so: „Luxus ist ein Produkt, mit dem wir uns belohnen. Das Ergebnis ist Glück.“ Das Schönste dabei: Niemand außer man selbst weiß es. Ein wenig so wie bei der heißen Lingerie, die man an den Tagen mit den wirklich schwierigen Verhandlungen unter dem stahlgrauen Businesskostüm trägt, um hin und wieder bei dem Gedanken zu lächeln, wie sehr der harte Hund auf der anderen Seite des Tisches irritiert wäre, wenn er davon wüsste.
Sobald man beginnt, sich selbst wie ein kostbares Luxusgeschöpf zu behandeln, fühlt man sich auch wie eines. Und das pusht das Selbstbewusstsein mindestens so effektiv wie ein guter Psycho-Coach. Deswegen gönnen sich immer mehr Frauen immer luxuriösere Cremes, ganz unabhängig davon, ob der teure Tiegel im monatlichen Budget drin ist oder ob auf ihn gespart werden muss. Weil sie es sich wert sind.
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