Abnehmspray im SelbsttestVerrückter Diättrend: Stink dich schlank!

von AMICA Online Redakteurin
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Schoki oder Stinke-Spray? Das ist hier die Frage!
Ich komme vom Land. Ich kann einiges ab. Was Gerüche betrifft, meine ich. Aber ob ich dem hier gewachsen bin? Zwei, drei schnelle Kilos würde ich gerne verlieren, um besser in die Lieblingsjeans zu passen. Und ich versuche es auf die harte Tour. Mit „Stink yourself slim“, einem neuen Diätspray aus Großbritannien. Das Versprechen: Der Geruch des Sprays funktioniert wie ein natürlicher Appetitzügler, mindert die Lust auf süße Sünden.

Die britische Presse überschlug sich in den vergangenen Wochen geradezu mit Berichten über diesen neuen Abnehmtrend. Und auch ich bin erstmal begeistert, denn genau die süßen Sünden sind es nämlich, denen ich zu oft einfach nicht widerstehen kann. Nutella direkt aus dem Glas, Gummibärchen, Nougat – wenn mich etwas davon abhalten kann, dann nur her damit. Erfunden hat das Stinke-Spray übrigens die diätgeplagte, britische Geschäftsfrau Alex Fontaine. Dass sie im Internet mit einem Stinktier posiert, dieses possierliche Wesen das Maskottchen der Marke ist, und die Dame sogar ihre ansonsten braunen Haare mit einem blonden Stinktierstreifen gefärbt hat, sollte mich skeptisch machen. Tut es aber nicht. Ich bestelle aufgeregt meine Probe von „Stink yourself slim“ und erwarte erstmal ein relativ neutral riechendes Raumspray mit irgendwelchen ätherischen Ölen, die eben appetitmindernd wirken. Minze vielleicht, Lavendel oder so. Nach irgendwas in der Richtung muss es wohl riechen.

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Ein Stinktier als Maskottchen: So sieht das Spray aus.
Als mein kleines Päckchen aus Großbritannien dann endlich ankommt, reiße ich voller Vorfreude das Papier herunter. Endlich eine unkomplizierte Methode, ein bisschen Gewicht zu verlieren, denke ich. Bis, ja bis ich das Spray das erste Mal ausprobiere. Ich spritze es mir unter die Nase und mich erwischt nicht der erwartete starke Kräuter- und Gewürzgeruch, sondern etwas, dass mich irgendwie an die „gute“ Landluft von zuhause erinnert. „Stink yourself slim“ riecht schlicht nach schnöder Gülle. Und nach irgendwas anderem, Undefinierbarem, Seltsamem. Ich kämpfe gegen einen spontanen Anflug von Brechreiz an. Und suche nach Leuten, die mit mir zusammen leiden. Also halte ich es einer Kollegin unter die Nase, die mich mit einem entsetzten Gesichtsausdruck straft. Ich schäme mich ein bisschen, dass ich dieses fiese Stinkezeug in unser Büro geschleppt habe.

Und ich überlege, ob ich vielleicht einen Rückzieher mache. Das Ding ganz tief in meinem Büroschrank verschwinden lasse. Da kann es dann vor sich hin stinken. Für neue Motivation lese ich nochmal auf der Webseite von „Stink yourself slim“, über die das Ganze im Onlineshop auch vertrieben wird. Da steht, wie Geruch schon seit der Steinzeit unser Essverhalten beeinflusst, wie der Duft des Sprays auf die Neuronen im Gehirn einwirken soll - und der Preis des Mittelchens. Umgerechnet 35 Euro kostet es. Bei dem Preis muss doch was dran sein.

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