Shellac-SelbsttestUnzerstörbarer Nagellack – geht das?

von AMICA Online Redakteurin
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AMICA-Online-Redakteurin Veronika Schaller mit Shellac-Nägeln

Ein Griff in die Tasche, ein Schlupf durch den Ärmel oder – besonders originell – ein Crash zweier Finger: Ich bin Meisterin im Zerstören frischen Nagellacks. Gerade wenn ich denke „jetzt muss das aber halten, weil ich eh schon zu spät dran bin“, sehen meine Fingernägel aus, wie mit dem Meißel bearbeitet. Lerneffekt in rund zwölf Jahren Beauty-Karriere mit mindestens einem Lackwechsel pro Woche: Null-Komma-Null.

Die Vorstellung eines unzerstörbaren, in Sekunden trocknenden Nagellacks – ein Wunschtraum. Und wie das so ist, wenn Wunschträume Wirklichkeit zu werden scheinen, bin ich skeptisch gegenüber dem neuen Produkt Shellac der Firma CND aus Kalifornien. Vierzehn Tage Haltbarkeit ohne Splittern garantiert – egal ob ich eine Sandburg baue, klettern gehe oder mein komplettes Geschirr spüle? Das muss ausprobiert werden.

„Wir bieten Shellac nun seit drei Monaten an und jetzt wollen schon 70 Prozent aller Kundinnen nur noch den“, berichtet Babu Buraya, während er meine Nagelspitzen in Form feilt. Auch er als Besitzer des Münchner Studios „La Mano“ sei zunächst vorsichtig gewesen. Der Einkaufspreis der einzelnen Flaschen sei mit 30 Euro sehr hoch, man müsse das gesamte Sortiment ordern und darüber hinaus Schulungen absolvieren, verrät er. Aber die Investition habe sich gelohnt. „Reklamationen bei Shellac-Kundinnen kommen so gut wie nie vor. Nur bei sehr dünnen Nägeln mussten wir schon nachbessern“, so der Nail-Designer und beschwichtigt. „Ihre sehen aber gut aus.“

Jetzt geht es zur Farbwahl. Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind vor dem Süßigkeitenregal. Zwischen 25, eher zurückhaltenden Farben (Anm.: Seit Test-Zeitpunkt sind neue dazu gekommen), kann ich entscheiden. Etwas enttäuscht linse ich zum OPI-Ständer hinüber, von wo mich Knallfarben in allen Nuancen anlachen. Aber gut, ich soll ja auch zwei Wochen mit der Farbe verbringen. Sie muss zur anstehenden Hochzeitsfeier meiner guten Freundin genauso passen wie ins Büro. Also suche ich mir das knallige Rot namens „Fireberry“ aus. Ein Klassiker, mit dem die Linie startete.

Die Prozedur mit UV-Lampe

Dann schmirgelt der Experte meine Nägel und die Haut darum herum mit einer feinen Feile glatt und befreit sie mit einem Cleaner vom letzten Rest Fett. Das ist wichtig, weil der Lack sonst nicht hält.

Wie bei einer normalen Maniküre wird nun erst ein transparenter Unterlack aufgetragen, dann zwei Schichten des Lacks meiner Wahl. Ich hatte mir eine gelartigere Konsistenz vorgestellt, und etwas Angst vor einem künstlichen Look gehabt, stattdessen ist er ähnlich dünnflüssig wie normaler Lack. Auch der Geruch ist nicht unangenehm. Zum Schluss kommt der so genannte, ebenfalls transparente, Top-Coat. Zwischen jedem Schritt müssen die Hände für jeweils zwei Minuten unter die UV-Trockenlampe. Hier liegt ein weiterer Unterschied zu normalem Lack: Denn wegen seiner speziellen und streng geheimen Formel, trocknet Shellac nur unter UV-Licht (bei der geringen Dosierung angeblich nicht schädlich!).

Als Finish, weil die Fingernägel „geschwitzt“ haben, wie Buraya es nennt, verleiht ihnen ein Cleaner den nötigen Glanz.

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Die Shellac-Nägel kurz nach der Maniküre
Überzeugendes Ergebnis

Und schon habe ich perfekt lackierte und glänzende Nägel – nach insgesamt nur 40 Minuten. „Milchsäurebad und Fruchtsäurelösung sind hier nicht nötig“, erklärt der Experte, „weil der Lack den Nägeln nicht schadet“. Wer eine normale Maniküre will, sitzt vom Feilen bis zum endgültigen Trocknen der Farbe schon mal 60 Minuten vor ihm auf dem weißen Stuhl. Und auch wenn mir der Experte jetzt versichert, ich könne schon alles mit den Fingern machen, bin ich noch vorsichtig. Ich tippe mit einem auf den anderen: hart. Vorsichtig schlüpfe ich durch den Ärmel: nichts passiert. Ich greife in meine Tasche, schramme am Reißverschluss vorbei: makellos.

Eine Woche später bin ich bei der Fashion Week in Berlin. Zum ersten Mal ohne Nagellack oder Nagellackentferner im Gepäck, aber dafür mit dem guten Gefühl, dass alles top aussieht. Während meine Kollegin im Taxi genervt auf ihre Finger schaut und jeden Morgen früher aufsteht, um sie in Ordnung zu bringen, bin ich ganz entspannt und schwöre Shellac die ewige Treue.

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Nach zwei Wochen sieht der Shellac so aus
Kleine Nachteile, positives Fazit

Doch dann wächst er raus. Nach zwei Wochen sieht das gerade noch gut aus. Aber wie Babu Buraya mir schon prophezeite, ist das Versprechen „Vierzehn Tage Haltbarkeit“ Tiefstapelei. Sogar nach vier Wochen sitzt der Lack noch bombenfest. Ich selbst kann die Reste nicht entfernen, da sich Shellac nur mit einer speziellen, Studiobesitzern vorbehaltenen, Lösung beseitigen lässt. Das kostet bei „La Mano“ entweder 15 Euro extra, oder ist bei erneuter Maniküre inbegriffen. Glücklicherweise – ich kenne mich und meine Zeitnot – habe ich mir einen Nagellack im exakt selben Ton im Studio gekauft, um unten nachlackieren zu können. Das sieht ganz okay aus, offenbart beim genauen Hinsehen am Übergang allerdings einen Hubbel.

Selbst zwei Monate später bin ich noch nicht dazu gekommen einen neuen Termin bei Babu Buraya auszumachen (Schande!) und der Lack löst sich doch langsam von selbst ab. Aber auch wenn ich es kaum erwarten kann, endlich mal wieder eine andere Farbe zu tragen: Ich bin jetzt Fan und werde bei der nächsten Maniküre wieder Shellac ordern. Denn makellose Nägel ohne Stress: Das ist mir zu bestimmten Anlässen 40 Euro wert. Meiner Kollegin übrigens auch.

"La Mano“

Müllerstraße 37, 80469 München
Tel.: 089/230 777 22, www.lamano-info.de

Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 8 bis 20 Uhr; Samstag nach Vereinbarung

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Jagoda büschin  |  04.05.2013 20:10
Blödsinn
ich kann nicht verstehen warum Ihr Euch nicht den Überlack von Chanel ( schw. Flasche) kauft, damit hält mein Nagellack 2 Wochen. Trotz viel Hämmerei auf dem Laptop. Das Gel von shellack schadet nicht, aber das Ablacken geht nur mit Aceton und das versaut alle Nägel. Wer lackt en heute noch generell mit Aceton ab??

Lisa  |  01.10.2012 12:00
"Frau" bekommt Shellac auch alleine ab!
Shellac bekommt man mit Nagellackentferner (MIT ACETON) ab. Nagellackentferner auf ein Wattepad und 10min. auf n Nagel einwirken lassen, danach kann man denn überschüssigen Lack mit einem Rosenholz stäbchen abmachen.

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