Diät-Plätzchen im SelbsttestFür Fortgeschrittene: Zierliche Zimtrauten

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Ein Weihnachtsgebäck gehört in Deutschland einfach auf den Plätzchenteller: der Zimtstern. Auch ich will mich an dem süßen Klassiker versuchen - nur eben in einer deutlich gesünderen Version mit Dinkelmehl, das mehr höherwertiges Eiweiß, mehr Vitamine und mehr Mineralstoffe enthalten soll als Weizenmehl. Und möglichst zuckerfrei soll mein Gebäck sein. Obwohl, so ganz stimmt das nicht.

Ich merke bei der Zubereitung schnell, dass sich der Zucker im Teig zwar gegen kalorienarme Alternativen tauschen lässt, aber für Puderzucker gibt es einfach keinen passenden Ersatz. Der muss trotzdem drauf. Und auch Zimtsterne sind es dann nicht so ganz geworden. Mein Stammsupermarkt war von anderen Backwütigen komplett ausgeräumt. Keine sternförmigen Ausstecher mehr zu bekommen! Bei mir gibt's stattdessen zierliche Zimtrauten. Obwohl, so viel sei schon mal verraten, so wirklich zierlich wirken die gar nicht.

Die Zutaten:

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Schmeckts? Naja!

Für den Teig:
8 GrammStevia-Pulver
1 PäckchenVanillezucker
200 GrammDinkelmehl
1 EsslöffelBackpulver
1 EsslöffelKonfitüre mit Stevia (z.B. Waldfrucht)
2 EsslöffelZimt
50 MilliliterMagermilch
Für die Glasur:
100 GrammPuderzucker
EtwasWasser
EtwasZitronensaft

 

Die Zubereitung: Den Backofen auf 170 Grad vorheizen. Backpulver und Dinkelmehl mit dem Stevia-Pulver und dem Zimt gut vermengen. Anschließend die Konfitüre und die Milch einarbeiten. Das geht besonders gut mit der Hand. Den Teig dünn ausrollen. Achtung! Das funktioniert nur, wenn er nicht zu klebrig ist. Plätzchen ausstechen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech circa 15 Minuten lang backen. Wenn sie ausgekühlt sind, die Glasur auftragen. Dazu Puderzucker mit etwas Wasser und Zitronensaft vermischen, bis eine zähe Masse entsteht und diese mit einem Pinsel auf die Plätzchen streichen.

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Das Original sieht deutlich besser aus als die Light-Version.
Der Schlankfaktor: Die Schlankversion hat etwa 70 Prozent weniger Kalorien als das Original und bietet ein Gesundheitsplus durch das vollwertige Dinkelmehl.

Mein Fazit: Schon beim Backen habe ich meine Probleme mit den Zimtrauten. Zu viel Milch darf ich nicht unterrühren, da die Masse sonst zu klebrig zum Verarbeiten wird. Dadurch wird der Teig einfach unglaublich hart. Das Ausrollen ist echte Muskelarbeit. Und das Ausstechen ist nicht viel besser. Ich muss mich mit meinem ganzen Gewicht auf die Ausstechförmchen schmeißen, um den Teig überhaupt durchstehen zu können. Rein optisch sind meine Plätzchen nach diesem Ausstechkampf jedenfalls eine unschön hügelige Enttäuschung. Schon zu diesem Zeitpunkt bin ich skeptisch, ob so ein widerspenstiges Backwerk wirklich schmecken kann.

Der Geschmack: Als ich schließlich abbeiße, bin ich nicht mehr ganz so enttäuscht. Die Plätzchen sind schön süß und zimtig geworden. Allerdings: Das Kauen ist echt harte Arbeit. So zäh wie sich der Teig schon beim Verarbeiten anfühlte, sind die Dinger auch im Endzustand geblieben. Die Konsistenz erinnert mich irgendwie an altes Brot. Und hübsch anzusehen sind sie auch nicht. Ehrlich gesagt: Es ist mir ziemlich peinlich, das Hässlich-Gebäck jemandem anzubieten. Und ich muss sagen: Trotz des ganz überzeugenden Geschmacks, verzichte ich lieber komplett auf Plätzchen, bevor ich mir daran noch einen Schneidezahn ausbeiße.

Bewertung: Für Geschmack und Konsistenz gibt es zwei von fünf Schlanksternen!