Diät-Plätzchen im SelbsttestFür ganz Harte: Vitale Vanillekipferl

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Wie der Zimtstern sind auch Vanillekipferl ein echter Weihnachtsklassiker. Aber eben auch einer, der sich schnell als Hüftspeck niederschlägt. Immerhin sind die leckeren Kipferl vollgepackt mit jeder Menge Fett und Zucker. Um diesen fiesen Dickmachern den Kampf anzusagen, wage ich mich diesmal in die Untiefen des Internets vor. Dort finde ich Rezepte für die ganz Harten. In etlichen Foren für die kohlenhydratarme Low-Carb-Ernährung teilen Menschen ihre Plätzchenrezepte. Die kommen mir auf den ersten Blick wie geschmackliche Verrücktheiten vor. Statt Mehl wandert hier Proteinpulver in den Plätzchenteig. Trotzdem will ich mich an den vitalen Vanillekipferl versuchen. Was tut man nicht alles für die schlanke Linie!

Die Zutaten:

Für den Teig:
100 Grammgemahlene Mandeln
60 GrammProteinpulver mit Vanillegeschmack
1 PäckchenBackpulver
1 StückEi
6 GrammStevia-Pulver
1Teelöffel Zitronensaft
70 GrammHalbfettmargarine
EtwasVanillezucker

 

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Die Zubereitung: Ofen auf 170 Grad vorheizen. Alle Zutaten bis auf den Vanillezucker miteinander vermischen und mit den Händen zu einem Teig kneten, mit den Fingern kleine Kipferl formen. Die Plätzchen auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech in den Ofen schieben und für circa zehn Minuten backen. Achtung! Immer ein Auge auf die Kipferl haben, sie verbrennen schnell. Die abgekühlten Plätzchen in etwas Vanillezucker wälzen.

Der Schlankfaktor: Vorsicht! Die vitalen Vanillekipferl haben in etwa gleich viel Kalorien wie das Originalrezept. Dick machen sie trotzdem nicht - wegen des geringen Gehalts an Kohlenhydraten.

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Mein Fazit: Als erstes schlägt mir ein fieser Geruch entgegen: der des Vanille-Proteinpulvers, das ich statt des Mehls verwenden soll. Das Ganze erinnert mich an meine unrühmlichen Diät-Versuche, bei denen ich probiert habe mit Low-Carb-Shakes ein paar Kilos zu verlieren. Bäh! Auch beim Zubereiten habe ich meine Probleme. Der Teig ist bröckelig, lässt sich kaum in die typische Kipferlform biegen. Das Endergebnis erinnert mich optisch ein bisschen an fette Maden. Appetitanregend ist anders!

Der Geschmack: Auch diese Plätzchen bekomme ich runter. Irgendwie. Der Geschmack ist nicht wirklich schlecht, eher neutral. Ein bisschen Vanille, ein ganz kleines bisschen Süße. Trotzdem werde ich mit den Low-Carb-Kipferln nie warm werden. Wegen des Proteinpulvers wirkt der zweifelhafte Gebäck-Genuss ein bisschen so, als würde man Staub schlucken. Klar, dass diese Plätzchen nicht schlecht für die Figur sind. Man hat durch sie ja schließlich überhaupt keine Lust mehr, irgendetwas zu essen.

Bewertung: Für Geschmack und Konsistenz gibt es einen von fünf Schlanksternen!

Mein Gesamturteil: Drei Schlank-Plätzchen habe ich in meinem Selbsttest also ausprobiert. Einmal, bei den Rumwürfeln, habe ich im Originalrezept die fiesesten Dickmacher durch kalorienarme Alternativen ersetzt. Einmal, bei den Zimtrauten, habe ich dazu noch gesünderes und kalorienärmeres Dinkelmehl eingebaut. Das dritte Rezept setzte auf Low-Carb und verzichtete ganz auf Mehl.

Auch wenn keine der drei Light-Plätzchen-Sorten komplett widerlich schmeckte, bin ich ein wenig enttäuscht vom Ergebnis. Keines kann geschmacklich mit dem Original mithalten. Am meisten überzeugen mich noch die Rumwürfel. Obwohl ich hier gar nicht so viel im Vergleich zum Originalrezept verändert habe, ist die Kalorienersparnis am höchsten. Vermutlich, weil das Original auch die größte Kalorienbombe ist. Da kann man leicht einsparen. Auch das Geschmacksergebnis ist am besten. Bei den anderen Rezepten ist es vor allem die Konsistenz, die mich abschreckt. Wer mag schon gerne altes Brot oder Staub kauen?

Und am Ende ist mein Selbstversuch sowieso ganz schön nach hinten losgegangen. Im Geschäft habe ich mir noch am Backtag eine Ladung Fertigplätzchen gekauft und vertilgt. Hauptsächlich, um den komischen Geschmack der künstlichen Stevia-Süße aus dem Mund zu bekommen. Ich will gar nicht wissen, wie sich das auf mein Kalorienkonto auswirkt. Deswegen habe ich jetzt ein anderes Mittel gegen den Figurfrust an Weihnachten: Ich stelle mich einfach gar nicht erst auf die Waage.