Wellness-ReportageSpa-Träume

In den kuscheligen weißen Bademantel eingehüllt, schwebe ich erwartungsvoll auf imaginären Samtpfötchen über den dicken Teppichboden Richtung Lift und drücke auf den verheißungsvollen Knopf. „So Spa“ ich komme! Mit dem gewissen und zugegeben hoffnungsvollen „Es kann ja nur besser werden“-Gefühl im Bauch. Dazu sei gesagt: Beautybehandlungen, Friseurbesuche und Spas generell sind für mich so wie Jeans probieren nach Weihnachten ... und auch ein Liegestuhl in der Sonne (vor allem ohne Lektüre) ist für mich (Tendenz hyperaktiv) ein Folterstuhl!

Durch die alabasterfarbenen Vorhänge im Eingangsbereich des Spas schwebend, die von versilberten Korallen in XL gestützt werden, empfängt mich am Ende dieses ätherischen Märchenwaldes schon mein strahlender Schutzengel. „Bonjour, je mappelle Laura“, strahlt sie und begleitet mich sicheren Schrittes in die Kabine, wo sie nach kurzem Hauttest und Analyse (sensibel, trocken) unbeirrt zur Tat schreitet. Aha, ich bin also offensichtlich doch kein hoffnungsloser Fall.

Der von mir ausgewählte „Soin rénovateur“ besteht aus einem Peeling, Gesichtsmassage mit biologischem Serum, anschließender Antistress- Kopfhautmassage, erklärt sie mir während sie mir mit einer wunderbar duftenden Lotion von Carita das Gesicht abtupft. Das herrlich duftende Peeling „le rénovateur“ aus gegrillten Sonnenblumenkernen, essentiellen Ölen, Thymian, Lavendel und Nelken, das mir Laura dann verpasst, vernichtet alle abgestorbenen Hautzellen und meine letzten Bedenken. Das Resultat: eine streichelweiche strahlende Samthaut statt rauher Krokohaut mit Grauschleier!

Entspannung pur

Die ersten fünf Minuten habe ich noch einen winzigen Anflug an schlechtem Gewissen, denke an unerledigten Bürokram und Einkaufslisten fürs Wochenende, dann bin ich plötzlich einfach weg ... Irgendwann werde ich dann noch mit einer wunderbar duftenden Creme „einbalsamiert“ (eine nahrhafte und gleichzeitig kühlende Biomaske von Carita aus weißen Blüten)

Eine Stunde später bin ich mit mir selbst im Reinen. Geglättet, relaxt, kurz erholt sehe ich aus und vor allem: So fühle ich mich auch! Zart fühlt sich mein Gesicht an, samtig meine Wangen (ich fühle mich plötzlich wieder wie fünf) und die kleinen Tränensäcke da links unten – schlicht und einfach futsch, nada, gone, weg. Sagenhaft.

Abschließend genieße ich mein neues „besseres“ Ich (ja, Narzissmus kann man lernen) so richtig bewusst bei einer „Tisane glacéé“, einem erfrischenden Kräutertee aus Eisenkraut, Anis und Fenchel im angrenzenden Beautyraum.

Jetzt gönne ich mir – wenn schon denn schon – eine Sitzung im angrenzenden warmen Massagebecken „So Well“ während draußen langsam aber sicher die pralle Mittelmeersonne untergeht und den Hafen in blutorangenrotes Licht taucht... aber da bin ich schon längst im 7. Himmel.

Info:

Sofitel Vieux Port
36, Boulevard Charles Livon
13007 Marseille
www.sofitel.com