Asthanga Den Körper erfahren
Das sind die Niederlagen. Doch es gibt auch Glücksgefühle: In meinen besten Momenten ist mein Körper ein Ort unglaublicher Ruhe. Mein Verbündeter. Nein, besser: Er ist ich.
© IFA-Images
Die Serie ist geschafft, alle liegen in Savasana, der Leichenstellung. Aber nur kurz: Vor dem Klappstuhl von Guruji bildet sich eine Schlange von Schülern, die kleine Geschenke in Harvey-Nichols-Tüten vor ihm abstellen, ihn umarmen und ihm die Füße küssen, wie es Tradition ist. No way! Ich doch nicht! Yoga findet deine Schwächen, und meine ist mangelnde Ergebenheit.
Und doch kann ich nicht anders. Ich reihe mich ein und tue dasselbe wie die vor mir: Beuge mich über seine Füße und führe dreimal schnell die Hände von meiner Stirn zu seinen Schuhen. „Namaste“, sagt er und lacht, für ihn ist es das Selbstverständlichste von der Welt, das Göttliche in mir verbeugt sich vor dem Göttlichen in dir. „Namaste“, murmele ich, so verlegen wie noch nie in meinem Leben.
In Ordnung. Morgen früh werde ich es wieder versuchen, auf einem Bein zu stehen. Bis ans Ende meiner Tage.
Im Artikel blättern
5
Den Körper erfahren










