Bikram-YogaSchwitzen wie die Stars

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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Topmodel Anja Rubik, Pop-Queen Madonna, Schauspielerin Cameron Diaz – sie alle tun es: Yoga ist die Sportart der Stars und das seit Jahren. So halten sie Geist und Körper in Einklang und Form. Neben Demi Moore und Ashton Kutcher steht auch Julia Roberts auf Bikram-Yoga. Ein Grund mehr für mich diese Variante einmal auszuprobieren – zeigt die Schauspielerin doch auf den roten Teppichen neben ihrem berühmten Strahlelächeln regelmäßig ihre traumhafte Figur.

Im Gegensatz zu anderen Yoga-Formen findet Bikram in einem auf Körpertemperatur aufgeheizten Raum statt. Deswegen heißt es auch Hot Yoga. Angesichts des schmuddeligen Regentags freue ich mich schon auf wohlige 38 Grad. Ich mache zwar regelmäßig Yoga, aber vom Super-Yogi bin ich weit entfernt.

Das Münchner Bikram-Studio empfängt mich mit entspannter Atmosphäre. Doch die Yoga-Lehrerinnen heißen hier „Instructor“. Das verrät: Kein esoterischer Singsang, sondern sportliche Betätigung sind angesagt. Los geht es mit der Pranayama-Atmung. Eine Mischung aus Brummen und Keuchen der unterschiedlichen Ausatmungen erfüllt den Raum. Wir biegen uns zum „Halbmond“ (Ardha-Chandrasana), verknoten uns zum „Adler“ (Garurasana). So weit, so gut. Der Schweiß perlt.

© Colourbox.de
Das „Dreieck“ strafft Bein- sowie Po-Muskulatur und fördert die Beweglichkeit der Hüftgelenke.
Es geht heiß her

„Den Blick immer schön geradeaus in den Spiegel vor euch richten“, korrigiert die Lehrerin. Das ist gewöhnungsbedürftig. Denn dort sehe ich vor allem, wie sich meine Gesichtsfarbe immer mehr dem Ton einer sonnengereiften Tomate annähert. Aber es geht ja schließlich um die korrekte Haltung. Die trainieren wir weiter mit dem „Baum“ (Tadasana), dem „balancierten Stock“ (Tuladandasana) bis hin zum „Dreieck“ (Trikanasana).

Erstaunlicherweise bereitet mir die Dreieckshaltung – im Unterschied zum klassischen Hatha Yoga – keinerlei Schwierigkeiten. Ich stehe stabil und erreiche problemlos den Boden. Scheint etwas dran zu sein an der Tatsache, dass die 38 Grad die Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken verbessern. Insgesamt spielen bei den 26 Asanas natürlich Balance, Körperspannung und Konzentration zusammen. Der Schweiß läuft jetzt.

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Das „Kaninchen“ dehnt intensiv die Wirbelsäule.

Die nächste Übung beginnt kniend mit einer Rückbeuge. „Wenn ihr jetzt eure Füße seht, dann greift langsam an eure Fersen“, lautet die Anleitung der Lehrerin. Meine Füße? Also mein Blick nach hinten erreicht gerade mal die Ecke, in der Wand und Decke zusammenstoßen. Wie um Himmels Willen soll ich da jetzt an meine Füße greifen? Kaum gedacht, erlöst mich die Lehrerin: „Kerstin, so ist auch schon gut – einfach nur so weit es geht.“ Erleichterung. Ich muss mich beim „Kamel“ (Ustrasana) nicht zum Affen machen. Die 90 Minuten gehen mit „Kobra“ (Bhujangasana), „Heuschrecke“ (Salabhasana), „Kaninchen“ (Sasangasana) und Co. zu Ende. Schweißgebadet, aber zufrieden lächelnd knabbern die Yogis an den bereitgestellten Karotten, Äpfeln und Bananen, schlürfen Zitronentee. Ich eingeschlossen.

Mein Fazit:

Die 90 Minuten waren schweißtreibend, mit belebendem Saunafeeling. Ich fühle mich angenehm ausgepowert und Abschalten war garantiert, da ich ganz mit meinem Körper beschäftigt war.

Der morgendliche Blick in den Spiegel verrät am Tag danach: An Julia Roberts’ Powerstrahlen komme ich zwar nicht ganz hin, aber mein Teint wirkt frischer, die Haut ist zarter. Darauf lässt sich aufbauen!

Fakten zum Bikram-Yoga:

  • Erfinder: Bikram Choudhury
  • Credo: „Es ist nie zu spät, es ist nie zu schlimm, Sie sind nie zu alt, Sie sind nie zu krank, um nochmal von vorn anzufangen, um noch einmal geboren zu werden!“
  • 26 Yoga-Übungen bei 38 Grad
  • Asanas werden zwei Mal wiederholt
  • Wichtig: vorher und nachher viel trinken