Interview mit Ursula Karven Mit Yoga gegen Burnout
Glück im zweiten Anlauf: Ursula Karven entdeckte die Liebe zu ihrem Ex Mats Wahlström neu. Im Interview mit AMICA Online sprach die Schauspielerin auch darüber, warum Yoga Burnout verhindert.
Text: Kerstin Kotlar
Ganz in sich ruhend – so muss jemand sein, der für seine Yoga-Begeisterung bekannt ist. Auf Ursula Karven trifft das zu. Doch die Schauspielerin hat auch eine quirlige Seite. Zu Beginn des Interviews muss noch schnell der Platz gewechselt werden, weil oben gestaubsaugt wird. Später holt die 47-Jährige ihren Sohn ab. Ganz die „Multitasking-Mama“ eben.Zunächt aber schlüpfte die gebürtige Ulmerin 1984 in Nikolai Müllerschöns „Ein irres Feeling“ in die Rolle des Girlies Tina. Neben der Schauspielerei absolvierte Karven außerdem eine Gesangsausbildung. Zusammen mit Dana Schweiger eröffnete sie in Hamburg gerade den ersten Shop des gemeinsamen Labels „Bellybutton“. Seit 1999 begleitet Karven in ihrem bewegten Leben ihre Liebe zum Yoga. Die Liebe zum schwedischen Unternehmer Mats Wahlström entdeckte Karven dieses Jahr nach dem Aus 2010 wieder neu.
Wie sie mit ihrem Freund im zweiten Anlauf wieder glücklich wurde und wie wichtig Yoga ist, um sie vor Burnout zu bewahren, verriet Ursula Karven vor ihrer Yoga-Reise nach Südafrika.
AMICA Online: Yoga ist ja schon seit Jahren Ihre Spezialität. Wenn es hier in Deutschland so richtig herbstlich wird, geht es für Sie Anfang November erst einmal nach Südafrika. Wie kam diese Idee zustande?
Ursula Karven: Ich habe mehr und mehr festgestellt, dass die Leute gerne noch einmal richtig Sonne tanken, bevor es hier ganz Grau wird. Ich habe nach einer Location gesucht, die sehr pur ist und von der Natur regiert wird. Gleichzeitig sollte sie wetterunabhängig sein.
Womit tanken Sie sich in Südafrika auf?
Ich war schon ein paar Mal in Südafrika und kenne es auch aus Zeiten der Apartheid. Jetzt bin ich nach Kapstadt zurückgegangen. Obwohl es sich natürlich sehr verändert hat, habe ich die Macht der Natur wieder gespürt, das Zusammenspiel von diesem wilden Meer mit der ästhetischen Bergkette um den Tafelberg, das Sonnenlicht und einfach die afrikanische Erde. Hier spüre ich etwas ganz Authentisches und Reines durch all die Spuren der Globalisierung hindurch. Zusammen mit der Hotelkette entstand dann die Idee, diese einzigartige Reise anzubieten.
Sie erwähnen das rein Afrikanische. Können Sie das näher beschreiben?
Das ist ein Spirit. Natürlich kann ich nicht sagen, dass man in Kapstadt überall auf roter Erde steht, aber es ist eine ganz besondere Energie zu spüren. Afrika hat etwas Ursprüngliches, das eine starke Kraft ausstrahlt.
© Sun International
Ab dem 26. November 2011 leitet Ursula Karven im Hotel „The Table Bay“ in Kapstadt einmalig Yoga-Sessions.
Der entscheidende Unterschied ist natürlich die Sonne. Das ist mir diesen Sommer wieder bewusst geworden, wie wichtig es ist, sich vor der langen Dunkelperiode aufzuladen. Außerdem lernen Sie in Kapstadt nicht nur eine wunderbare Stadt mit vielen Seiten kennen, sondern tun gleichzeitig etwas für sich. Zur Reise in ein fremdes Land mit Exotischem, Shoppen, Wein kommt die Reise zu sich selbst. Das ist für mich der perfekte Urlaub!
Sie sagten auch, Yoga ist der Schlüssel zu sich selbst …
… genau. Bei Yoga lernen wir uns selbst zu lieben. Und uns selbst Priorität zu geben. So viel Energie und Kraft wenden wir für anderes auf und wir selbst geraten oft in Vergessenheit. Für ein Meeting stehen wir ganz selbstverständlich eine Viertelstunde früher auf. Aber um 15 Minuten für uns zu haben? Schwierig. Mir fällt das auch nicht immer leicht und ich muss mich zusammenreißen.
Es gehört also viel Disziplin dazu?
Auf jeden Fall. Ich muss mich regelmäßig daran erinnern, dass nicht alles andere wichtiger ist als ich selbst. Wie wichtig ist Yoga dann für Ihre Work-Life-Balance?
Extrem wichtig. Ich habe gelernt, dass es unabdinglich ist, auf mich selbst Rücksicht zu nehmen. Allein wenn wir uns die Zahlen von Burnout und all den psychosomatischen Krankheiten ansehen, wird klar, dass sie alle stressbedingt sind. Yoga hilft mir, gar nicht erst so weit zu kommen.
Hilft Yoga auch bei Beziehungsproblemen?
Natürlich. Weil ich mir selbst näher komme und viele Dinge klarer sehe.
Und Sie besser wissen, was Sie wollen?
Ja und vor allem, was ich nicht will. Das ist der Anfang um herauszufinden, was ich will.
Sie sagten einmal: Das Einzige, worauf man sich im Leben verlassen kann, ist die Veränderung. Was war die letzte große dieses Jahr?
Die Veränderungen sind eigentlich täglich. Insgesamt bin ich froh, dass der Pfad, den ich eingeschlagen habe, der richtige für mich ist. In meinem Job, dem Anspruch an mich selbst und auch in meiner Beziehung. Weil Sie es gerade ansprechen. Ihre Beziehung mit Mats Wahlström hat ja einen zweiten Anlauf gebraucht …
Ehrlich gesagt nicht nur das, sondern sie hat auch eine neue Definition gebraucht. Ich hatte entschieden, so will ich es nicht und es passte nicht. Dazu braucht es Mut, den ich nur hatte, weil ich mir selbst sehr nah bin. Denn im Endeffekt geht es darum, dass ich glücklich bin, mit meinem Leben.
Wie sind Sie mit ihm wieder glücklich geworden?
Wir sind Kompromisse eingegangen und haben Missverständnisse ausgeräumt. All das hat dazu geführt, dass wir wieder glücklich zusammengefunden haben.
Was gehört für Sie noch zum Wohlfühlen?
Um mich in meinem Körper gut zu fühlen, treibe ich außer Yoga keinen Sport. Durch Yoga habe ich weniger Lust auf das ganze Junkfood und Süßes, sondern mehr Appetit auf Gesundes.
Jetzt können alle Kochmuffel mit Ihrem neuen Buch mit Ihnen kochen.
Ja! Das ist die große Veränderung in diesem Jahr, weil sie vorher fragten. Endlich kann ich die Sachen kochen, die ich gerne esse! Sie werden fein und es macht noch dazu Spaß. Das ist sensationell!
© Colourbox.com
Ich konnte eben nur die ganz einfachen Sachen. Jetzt kommen die Leute gerne zu mir zum Essen und fragen mich nach Rezepten.
Was kochen Sie für Ihre Freunde am liebsten?
Ich bin ein großer Curry-Fan. Mein Fisch-Curry ist ein echter Schlager. Für meine Couscous- und Tofu-Gerichte bekomme ich immer viele Komplimente.
Wie schmeckt es Ihrem Freund?
Der findet es großartig und sagt, ich soll so weitermachen. Er lässt sich gerne von mir bekochen.
Hat er sich schon einmal mit einem Essen aus Ihrem Buch revanchiert?
Nein. Weil es auf Deutsch ist, redet er sich da raus. Aber dass er es genießt, ist für mich die schönste Bestätigung.










