Internet-CommunityNobelclub oder Netzwerk?

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Der Nobelclub hat inzwischen 130 000 Mitglieder aus 100 Ländern, die Fotos zeigen die Herrschaften gern in Abendrobe oder auf Großwildjagd in der afrikanischen Steppe. Sensationen allerdings erwarten einen nicht, wenn man die gepolsterten Türen durchschritten hat, sondern hauptsächlich Hotel- und Nachtclub-Empfehlungen.

Man kann nach einem Architekten für den Umbau der Saint-Tropez-Villa fahn- den oder Privatjet-Sharing betreiben, und als neulich jemand nach einem guten Strand in Kambodscha suchte, konnte Maximilian-Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg aushelfen. Wer sich allerdings nicht benimmt in der kleinen Welt, findet sich ganz flott in der großen wieder: Jüngst wurde eine Gruppe junger Schweden rausgeschmissen, die zu aufdringlich mit Naomi Campbell flirten wollten.

Vermutlich sind diese geschlossenen Gesellschaften aber langfristig die erfolgreicheren. Demokratische Netzwerke wie Xing/OpenBC und MySpace, sagen böse
Stimmen, sind doch so, als ob man am Berliner Hauptbahnhof wahllos Unbekannten Visitenkarten in die Hand drückt. Und wer hat Zeit für Leute, die er nie gesehen hat, wenn nicht mal Zeit für die engsten Freunde ist?

Für eins immerhin sind Online-Communities stets gut: als Smalltalk-Thema für öde Partys im wahren Leben. „Und, wie sind Ihre Erfahrungen so bei OpenBC?“ So kommen manchmal die schönsten Kontakt zustande.

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Nobelclub oder Netzwerk?