Job-ReportDame + Spion

Dame + Spion
Bond, James - Casino Royale / Casino Royale
Ursula Andress in "James Bond jagd Dr. No"
James Bond - 007 jagt Dr. No / Dr. No
Mit Schirm, Charme und Melone / neutrale Bilder
James Bond - 007 jagt Dr. No / Dr. No

Aus Filmen kennt man Agentinnen als glamouröse Sexfallen in spärlicher Bekleidung. In Wirklichkeit
sieht ihr Job anders aus – und ist ein bisschen härter

Wer an Spioninnen denkt, denkt an Nachrichtenbeschaffung per Liebesspiel, an „Goldfinger“, Sexfallen und Landesverrat zwischen den Laken. Im wahren Leben sieht das Berufsbild nüchterner aus. Ist es in Spionagefilmen gewöhnlich die Aufgabe der Geheimdienstlerinnen, in spärlicher Bekleidung möglichst phänomenal daherzukommen, zählt für die Beamtinnen der Nachrichtendienste vor allem eines: bloß nicht auffallen.

Nur logisch, denn großes Interesse der Öffentlichkeit bedeutet meistens großes Unglück – siehe Valerie Plame, die 2003 von Reportern als CIA-Agentin enttarnt und über Nacht zur berühmtesten Spionin der USA wurde. Die verwirrende Geschichte besitzt alle Elemente eines echten Spionage-Reißers: eine schöne Agentin, finstere Intrige, moralische Abgründe und absurde Verwicklungen in den höchsten Ebenen der Politik.

Für George W. Bush wäre der Fall fast zu einem Watergate geworden, denn lange Zeit sah es so aus, als sei es ausgerechnet sein engster Berater Karl Rove gewesen, der den Journalisten die Identität der Agentin verraten hatte (um sich für regierungskritische Aussagen ihres Mannes, des Botschafters Joseph Wilson, zu rächen).

Mittlerweile gilt aber als fast sicher, dass Richard L. Armitage, der ehemalige Stellvertreter von Colin Powell, derjenige war, der plapperte. So liegt der Fehler zwar nicht direkt beim Weißen Haus – schön ist die ganze Sache trotzdem nicht. Denn in den USA ist es eine schwere Straftat, die Identität eines CIA-Agenten preiszugeben.