Job-ReportSexfilme gehören nicht zur Ausbildung

Sexfilme gehören nicht zur Ausbildung
James Bond - 007 jagt Dr. No / Dr. No
Ursula Andress in "James Bond jagd Dr. No"
James Bond - 007 jagt Dr. No / Dr. No
Mit Schirm, Charme und Melone / neutrale Bilder
Mit Schirm, Charme und Melone / neutrale Bilder

Bei der CIA ist der Frauenanteil mit 42 Prozent am höchsten. Frauen werden hier durchaus auf Araber angesetzt. Sexfilme gehören nicht zur Ausbildung, doch das Recruiting erscheint bisweilen recht unstrategisch.

„Eines Tages sprachen mich CIA-Leute an und fragten: Wie wäre es mit einer Existenz voller Ränkespiele und Auslandsreisen? Da dachte ich, das klingt doch toll“, erzählt die ehemalige CIA-Agentin Melissa Boyle Mahle in Wilhelm Dietls gerade erschienenem Buch „Spy Ladies“. Sie spricht fließend Arabisch und arbeitete 14 Jahre für die hochgeheime Operationsabteilung im Nahen und Mittleren Osten.

Boyle Mahle gehörte zu der Crew, die einen der Top-Terroristen der Welt entwischen ließ: 1995 erfuhr die CIA, dass Khalid Sheikh Mohammed sich in Katar versteckte. Ein CIA-Team mit Melissa Boyle Mahle an der Spitze reiste dorthin, den FBI im Schlepptau. Leider verstanden sich die beiden Gruppen so wenig, dass ein Sympathisant Gelegenheit hatte, Khalid Sheikh Mohammed zu warnen. Der verschwand – und wurde später zum Organisator des 9/11-Anschlags.

Boyle Mahle hatte nie Probleme, als Blondine mit Arabern zusammenzuarbeiten. „Es war viel leichter, ein weiblicher Spion im Nahen Osten zu sein als ein weiblicher Spion im Nahostreferat des CIA-Hauptquartiers“, sagt sie heute. Sie lernte, mit sexueller Belästigung umzugehen – allerdings ging die immer von Vorgesetzten aus. Melissa Boyle Mahle verließ die CIA im Sommer 2002. Mittlerweile hat sie ein Buch geschrieben („Denial and Deception“) und den Klimandscharo bestiegen. Heute berät sie – arabische Regierungen.

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