TopmanagementDeutsche Rabenmütter?

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Ist ein Kind eine gute Ausrede, wenn Frauen Angst vor dem Versagen an der Macht haben?
Ja, dieser Heldennotausgang wird manchmal auch gern genommen.

In Frankreich ist die Kinderbetreuung gut, in Amerika der Gleichheitsgedanke ausgeprägt, aber auch dort ist der weibliche Anteil im Topmanagement nicht sehr viel höher.
Die Welt ist nirgendwo leicht für Mütter mit Ambitionen. Aber das Beispiel Skandinavien zeigt, dass eine gute Kinderbetreuung, verbunden mit einem modernen Rollenbild, die Zahl der Managerinnen in die Höhe treibt.

Nach wie vor kursiert die These von der Glasdecke,
die Frauen auf dem Weg nach oben nicht durchstoßen können. Gibt es sie?

Jeanette Wagner, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende bei Estée Lauder, hat dazu gesagt: „Mir ist die Glasdecke nicht begegnet, ich habe den Lift genommen.“ Ich persönlich glaube, dass Gedanken zu Realität werden. Je mehr wir glauben, dass es sie gibt, desto realer wird sie.

Sie haben für Ihr Buch 18 internationale Topmanagerinnen interviewt. Wer hat Sie am meisten beeindruckt?
Das ist zum einen Lady Judge, geboren als Barbara Thomas, der erste weibliche Chef der britischen Atomenergiebehörde. Sie ist wunderschön, elegant und mittlerweile im Finanzbereich tätig. Sie beweist: Frauen und Zahlen passen zusammen. Die andere war Gail Rebuck, Vorstandsvorsitzende der Verlagsgruppe Random House. Sie hat schwarze Kulleraugen und dicke Locken, trägt einen hippieartigen Look und Klimperketten. Sie hat den Mut, sie selbst zu sein.

Was wollen Sie Frauen mit Ihrem Buch zurufen?
Lebt ein volles Leben. Ich stelle fest, dass Frauen mit der Alternative „entweder Kind oder Job“ nicht glücklich sind. Aus Fülle entsteht Fülle.

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Oben ohne

Autorin: Barbara Bierach, Wirtschaftsjournalistin, lebt in New York
Co-Autor: Heiner Thorborg, Personalberater in Frankfurt/M
Preis: 18 Euro
Verlag: Econ

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