TopmanagementOh, Mann!

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Im Management gibt es kaum Frauen. Warum hält dieser Zustand wie Zement? Wir fragten die Businessautorin Barbara Bierach

Amica: Im deutschen Topmanagement gibt es kaum Frauen. Strengen die sich einfach nicht genug an?
BARBARA BIERACH: Nicht alle Frauen, die wollen, schaffen es. Aber es ist eine wohlfeile Ausrede zu sagen: Man hat mich nicht gelassen. Wenn man will, kann man. Man muss aber darüber nachdenken, wie.

Was ist die wichtigste Regel?
Es ist wichtig, sich Felder zu suchen, wo Leistung in Zahlen wahrnehmbar ist, zum Beispiel im Vertrieb. Frauen, die es geschafft haben, raten, nicht zu lange in Stabspositionen zu bleiben, sondern in operative Positionen zu gehen. Dort, wo man Erfolge nicht wegdiskutieren kann.

Noch nie hatten wir so viele ehrgeizige, gut ausgebildete Frauen. Dennoch sind wenige davon Chefinnen.
Das sind zum Teil äußere Gründe, wir haben nicht genug Kinderbetreuung. Und in den Unternehmen ist die kritische Masse an Frauen noch nicht erreicht; junge Frauen finden keine Rollenmodelle, alle fangen immer wieder von vorn an. Denn die Generation vor ihnen, die mit Mitte 30, wirft zu oft das Handtuch.

Warum?
In Deutschland ist das Ideal von der Mutter, die sich zu Hause um die Kinder kümmert, nicht totzukriegen. Deutschland ist übrigens auch das einzige Land, das den Begriff der Rabenmutter kennt. Versuchen Sie das mal, einer Französin oder Amerikanerin zu erklären. Und wenn eine Prominente wie die „Tagesschau“-Sprecherin Eva Herman, im übrigen eine Karrierefrau par excellence, die Frauen zurück an Herd und Wickeltisch zitiert, wird sich das auch nicht ändern.

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