Frauen-Fußball-WM 2011Lira Bajramaj

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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Sie ist die wohl derzeit gefragteste Frau im Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Frauen-Fußball-WM: Fatmire „Lira“ Bajramaj. Die Kickerin kosovo-albanischer Herkunft ist amtierende Weltmeisterin, Europameisterin und Dritte der FIFA-Wahl zur weltbesten Fußballerin 2011.

Zusätzlich zu ihrer sportlichen Leistung sieht die 23-Jährige sehr gut aus und betritt das Spielfeld nie ungeschminkt. Deswegen avancierte Bajramaj schnell zum Aushängeschild des Frauen-Fußballs in Deutschland. Schließlich kämpft der nach wie vor mit Klischees wie Mannweibern und unattraktiven Spielerinnen. Da ist die brünette Spielerin das schönste Gegenbeispiel. Gerne wird daher zitiert, dass Bajramaj sich gerne die Nägel lackiert und Wert auf ihr Aussehen legt. Davon ist sie inzwischen ziemlich genervt.

„Das Allerwichtigste ist, dass die Leute endlich mal vergessen, dass ich es liebe, mich zu schminken und die Fingernägel zu lackieren. Das ist doch völlig normal“, erklärte sie in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“). „Ich möchte, dass sich die Leute um das Wesentliche kümmern – und zwar, dass ich Fußballspielerin bin und gute Leistungen auf dem Platz bringe. Es wird bei mir über all das andere oft viel mehr geschrieben als über meine Leistungen auf dem Platz. Das nervt manchmal.“

© PR/Tim Adler

Zu wenig werde ihr fußballerisches Können gewertet. „Das erlebe ich, seit ich angefangen habe mit dem Fußball – und ich ärgere mich immer wieder darüber“, fährt Bajramaj fort. „Ich sage den Leuten immer: Schaut doch hin, wir haben ganz viele hübsche Mädchen, die gut Fußball spielen.“

Andererseits setzt die Kosovarin ihr gutes Aussehen immer wieder gezielt ein. Der neuen Kampagne „Botschafter für Integration und Mehrsprachigkeit“ leiht die Fußballerin ihr Gesicht. Als Integrationsbotschafterin posiert sie dafür im kleinen Schwarzen und schwarzen Pumps vor dem Tor. Wichtig ist ihr selbstverständlich die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Außerdem sollen Zuwanderer zum Erlernen der deutschen Sprache angespornt werden. Worauf sie einmal bei ihren Kindern Wert legen wird, weiß sie ganz genau: „Mehrsprachigkeit und eine gute Ausbildung. Ich werde sie ermutigen zum Lernen, Lernen, Lernen, aber auch zum Spielen, Spielen, Spielen.“

Die Familiengründung steht bei der 23-Jährigen zwar aktuell nicht an, aber von ihrem zukünftigen Mann hat sie genaue Vorstellungen. Er „soll schöne Augen haben, ehrlich und zuverlässig sein.“

Inzwischen bleibt die attraktive Fußballspielerin ihren Überzeugungen treu. Das Trikot gegen Mannweiber-Klischees fallen zu lassen, wie es fünf Fußballerinnnen im Playboy - Weltmeisterlich schön taten, käme für sie nie in Frage. „Mein Name ist im Zusammenhang mit dem Playboy auch schon gefallen, aber das ist kein Thema für mich“, erklärt Bajramaj in der „FAS“. „Ich würde das aus Respekt vor meiner Familie, meiner Heimat und meiner Religion nicht tun, auch wenn ich das bei anderen überhaupt nicht verurteile."