Lena Goeßling im AMICA-Interview„Ich liebe Schuhe“

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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Trainieren, entspannen, trainieren, entspannen – zur Frauen-Fußball-WM 2011 heißt es für FOCUS Online - Lena Goeßling im Porträt die richtige Balance zu finden. Für die Abwehrspielerin geht ein großer Traum in Erfüllung, denn in den Kader der Europameisterschaft 2009 schaffte es sie knapp nicht. Ihre Erfolgsgeschichte schreibt die Kickerin jetzt als Fußball-Nationalspielerin und wechselt außerdem in der kommenden Saison vom SC Bad Neuenahr zum VfL Wolfsburg. Zwischen trainieren und entspannen, hat die 25-Jährige noch Zeit für ein Gespräch über ihren Schuhtick und Nacktaufnahmen. Sympathisch ist uns nicht nur, dass die Sportlerin abends auf der Couch auch gerne mal einen Schokoriegel verdrückt.

AMICA Online: Ihr Vereinstrainer hat ja gesagt: „Die Frau muss mit zur WM“. Worauf freuen Sie sich besonders?
Lena Goeßling: Auf das Eröffnungsspiel, die Atmosphäre und darauf, dass es endlich losgeht. Wir fiebern alle schon sehr darauf hin.

Wie wichtig ist es für Sie, dass die WM in Deutschland stattfindet?
Für mich persönlich war es mein großes Ziel in den Kader zu kommen, auf das ich zwei Jahre hingearbeitet habe. Deswegen bin ich umso glücklicher, dass ich es erreicht habe.

Vor welchem Gegner haben Sie den meisten Respekt?
Das sind natürlich die Favoriten wie Brasilien, USA und ich denke auch, dass wir die Nordkoreanerinnen nicht unterschätzen sollten.

Frauen-Fußball hat ja mit diversen Klischees zu kämpfen. Warum sollten sich Männer diese WM anschauen?
Technisch spielen wir hoch versierten Fußball, der sich immer weiterentwickelt hat – auch im athletischen Bereich. Ich glaube, es lohnt sich – auch für die Männer – uns zuzusehen.

Und es gibt ja auch schöne Frauen zu sehen.
Ganz genau.

Ein paar Ihrer Kolleginnen haben sich sogar für den Playboy ausgezogen. Was halten Sie davon?
Wir haben die Bilder natürlich angeschaut und ich finde sie ganz ok. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich hätte es nicht gemacht.

Wieso nicht?
Für mich kommt es nicht in Frage, mich in einer Zeitschrift nackt zu zeigen. Deswegen habe ich mir darüber auch keine weiteren Gedanken gemacht.

Ihre andere Kollegin Lira Bajramaj geht nie ungeschminkt auf’s Spielfeld. Wie sieht Ihr Sport-Make-up aus?

Ich achte natürlich auf mein Aussehen und schminke mich auch manchmal vor dem Spiel. In der Regel betone ich aber nur die Augen und verwende kein Make-up, weil das gleich am Trikot hängen würde.

Wogegen tauschen Sie Ihr Trikot privat am liebsten?
Das kommt immer auf meine Stimmung an. Entweder sportlich-elegante Klamotten, manchmal ziehe ich mich gerne ganz schick an. Ich liebe es ja auch zu shoppen.

Was landet dann in den Tüten?
Schuhe sind immer dabei. Ich liebe Schuhe.

Wie viele haben Sie?
Ich kann sie gar nicht mehr zählen. Als meine Mutter einmal zu Besuch war, hat sie nur die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Keine Ahnung, wie viele es genau sind. Ich habe zu jedem Outfit passende Schuhe. Und Handtaschen. Aber hier habe ich nicht so einen Tick.

Wie sieht es dann aus, wenn Sie sich richtig schick machen?
Für eine Geburtstagsfeier hole ich durchaus mal das kleine Schwarze raus. Da trage ich auch mal High Heels. Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass die Klamotten zum Typ passen. Früher mochte ich zum Beispiel gar keine Kleider, aber inzwischen fühle ich mich darin richtig wohl.

Seit wann hat sich das geändert?
So vor vier Jahren. Inzwischen bin ich reifer geworden. Trotzdem trage ich Kleider nicht, um irgendwelche Frauenfußball-Klischees zu widerlegen.

Welche anderen Klischees nerven Sie besonders?
Dieser ständige Männer-Frauen-Vergleich wie zum Beispiel, warum verdienen die so viel und ihr nicht. Eigentlich finde ich, dass man darüber nicht mehr reden bräuchte, das ist doch überflüssig. Alle anderen Sportarten werden auch nicht ständig verglichen.