EssayDas ganz alltägliche Glück

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Also was tun? Die Herren Glücksforscher sagen: Nicht die seltenen großen, sondern die alltäglichen kleinen Dinge des Lebens sind es, die glücklich machen. Nicht die Beförderung, die man endlich ergattert hat, sondern der Umstand, dass man nur fünf Minuten zur Arbeit fährt: Das macht jeden Tag froh, 220 Tage im Jahr. Schlau wäre also, erstens seine Wünsche auf das abzuklopfen, was die Umweltexperten „sustainability“ nennen – nämlich, ob sie nachwachsende Energie liefern. Statt nur ein kurzes Strohfeuer zu entfachen.

Zweitens: Nur wer lernt, die eigenen Entscheidungen nicht ständig in Zweifel zu ziehen, und auch mal aus voller Seele „Das genügt mir völlig“ sagt, wird glücklich. Wer immer nur das Beste sucht, verplempert sein Leben beim Versuch, es zu finden.

Drittens: Was es wert ist zu haben, ist es wert, darauf zu warten, heißt es. Nein. Ist es nicht. Die Gefahr der Enttäuschung ist proportional zur Dauer, die man gewartet hat. Also: Sorgen Sie für „instant gratification“. Und für die Rotation der Genüsse: ständig nur Champagner? Nee, wünschen Sie sich das nicht.

Viertens: Danken Sie regelmäßig dem Herrgott auf Knien, dass Sie nicht immer gekriegt haben, was Sie wollten. Das Arschgeweih, das Thierry-Mugler-Kostüm, den süßen Barkeeper aus „Bomba’s Beach Shack“ auf Tortola? Oh, bitte. Drei Kreuze drüber. Oh, und Universum? Ich habe es mir überlegt: den Diamanten doch lieber im Cushion Cut. Bitte.