Der Weg zum GlückAnything goes?

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Nicht dass es uns an Möglichkeiten mangelt, im Gegenteil. In unserer Gesellschaft ist so ziemlich alles offen. Heute arbeitet man hier, morgen dort. Beziehung, Glaube, Wohnungseinrichtung: such dir etwas aus, anything goes. Decaf, extra tall, take away. Oder doch einen Extra-Shot Espresso? Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als uns permanent zu entscheiden. Und von nichts will man uns dringender überzeugen als von unserer Chance, so ziemlich alles machen zu können, was wir wollen – wenn wir denn nur wollen. Eine reizvolle Vorstellung. Leider lähmt sie uns meistens. So viele Optionen an jeder Ecke, dass man genug damit beschäftigt ist, das festzuhalten, was einigermaßen passt und einen beim Lauf durch den Alltag nicht allzu sehr drückt.

Zwischen all den unbegrenzten Möglichkeiten setzt man im Zweifelsfall doch immer wieder auf die Sicherheit des Vertrauten. Man arrangiert sich, hakt seine paar verbliebenen Träume als unrealistisch ab, wechselt hin und wieder die Sendeplatzbelegung des Fernsehers und redet sich ein, dass es so schlimm ja auch wieder nicht ist. Bis sie sich wieder meldet. Diese Stimme aus dem Bauch, die besonders gern vor dem Einschlafen laut wird. Und lauter unangenehme Fragen stellt. Wie: Freust du dich auf morgen? Magst du dein Leben, wie es ist? Und hättest du nicht Bock, es mal wieder richtig krachen zu lassen?

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Anything goes?