KolumneRomantik nach Plan

Romantik nach Plan

Valentinstag ist eigentlich albern, denn warum sollte man nur eines Datums wegen romantisch sein? Das Fest der Liebenden deshalb mit Nichtbeachtung zu strafen, ist allerdings auch keine akzeptable Lösung.

Eigentlich hasse ich Konsumwahn. Besonders wenn er sich derart auswirkt, dass bereits Anfang Januar im Supermarkt – direkt neben den Sonderposten-Regalen, auf denen sich noch letzte Lebkuchen tummeln – allerlei rote und rosafarbene Pralinenschachteln zu finden sind, die uns daran erinnern sollen, dass Mitte Februar bereits Valentinstag ist.

Dabei ist die Verbindung von Liebesbeweis und Schokolade an sich schon Schwachsinn. Hand aufs Herz, welche Frau bekommt schon gerne ein Geschenk, das noch einfallsloser ist als eine Flasche Parfüm, und zudem eine Bedrohung für ihre Figur bedeutet? Doch ganz unabhängig davon: Diese sortierte Vielfalt an Kalorienbomben schreit einem förmlich entgegen, dass der Tag der Liebenden lediglich eine Erfindung des Einzehandels ist, um die Kassen anzukurbeln.

Ich bin also kein rechter Fan des Valentinstags. Zumindest nicht bis etwa eine Woche davor. Dann schleicht sich langsam die Überlegung in meinen Kopf, wie wir wohl den 14. Februar verbringen werden. Überall in der Stadt werden dann Paare bei Kerzenschein in Restaurants sitzen und Frauen pinkfarbene Päckchen mit wertvollem Inhalt öffnen oder zumindest einen Strauß Blumen in Empfang nehmen. Dass wir währenddessen den Abend ohne romantische Höhepunkte verbringen und ich völlig leer ausgehe – die Vorstellung ist nun auch nicht reizvoll. Schließlich erinnere ich mich noch mit Grauen an die Valentinstage als Single, an denen sich noch nicht einmal ein heimlicher Verehrer meldete, um mich zu einem Candle-Light-Dinner auszuführen, während alle meine Freundinnen liiert und deshalb natürlich verabredet waren. Gottlob muss ich mich heute nicht mehr in Schmach und Einsamkeit zu Hause verbarrikadieren, während alle Welt die Liebe zelebriert!