Die frühere BeziehungBesser Freundin als Feindin

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Die Vorgängerin wirft noch lange nach dem Ende ihren Schatten auf die Beziehung. Man fürchtet sich vor ihr, obwohl man nie ein Wort mit ihr gesprochen hat. Man ist eifersüchtig, obwohl man sie kaum kennt. Sie ist eine größere Konkurrenz als jede andere Frau im Büro oder im Fitness-Studio: Weil sie früher mit ihm an die Ostsee gefahren ist, weil sie seine Eltern schon beim Vornamen nannte und weil sie öfter mit ihm im Bett war. Dass es auch für das Ende jede Menge Gründe gegeben haben muss, vergisst man dabei oft.

Deshalb gehen auch immer wieder die Zweifel los, wenn die Ex etwa die „Ich bin sooo hilflos“-Karte ausspielt – weil ihr alter Polo nicht anspringt, weil sie ein Ikea-Regal aufbauen muss oder Liebeskummer hat und darauf vertraut, dass der Ex schon für sie da sein wird. Das nervt. Und sorgt beim neuen Paar oft für hitzige Diskussionen nach dem Muster „Warum sagst du ihr nicht endlich, dass sie dich in Ruhe lassen soll?“

Noch komplizierter ist es, wenn er mit seiner Ex gemeinsame Kinder hat. Natürlich haben die ein Recht darauf, ihren Vater zu sehen, neue Frau hin oder her. Aber dadurch bleibt auch der Kontakt zur ehemaligen Partnerin intensiv: Es muss besprochen werden, wer die Kinder von der Schule abholt oder die Schulferien mit ihnen verbringt. In diesem Fall ist es völlig sinnlos, die Ex zu verteufeln: Ist er ein guter Vater, würde er sich viel eher von seiner Neuen trennen, als wegen ihrer Probleme mit seiner Ex auf die Kinder zu verzichten.
Dennoch: Auch in diesem Fall sollte man nicht nach der Devise „Wen man sie nicht besiegen kann, macht man sie sich zur Freundin“ handeln. Männer können es nicht leiden, wenn Partnerin und Ex eine Allianz bilden und vielleicht sogar noch über ihn reden.