Amour FouGeheim und schmerzhaft

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Schritt 4: Das Geheimnis bewahren

Eine Amour fou ist unaussprechlich, nichts für angeschickerte Beichten unter Freundinnen. Wenn sie herauskommt, geht meist viel in die Brüche: Freundschaften, Karrieren, Selbstachtung. Also wird man nicht nur sich selbst neu kennen lernen, sondern auch ein paar nie gesehene Orte: Hotelzimmer in Hauptbahnhofsnähe in der Mittagspause, von der Lebensmittelpolizei übersehene China-Restaurants in Problemstadtteilen – Orte, wo garantiert niemand hinkommt, den man kennt. Es sei denn, man heißt Kate Moss, dann kann man das Ganze sogar vor Paparazzi-Kameras durchziehen.

Schritt 5: Die Schmerzen ertragen

Trennung. Versöhnung. Wieder Trennung. Rückfall. Und das war erst die zweite Woche. In einer Amour fou ist man nie ein Paar, aber auch nie kein Paar. Das führt zu einem Leben mit roten Augen, vom Heulen oder von kurzen Nächten. Das Leiden ist so wichtig wie das Lieben; beides unerträglich.

Schritt 6: Langsam wieder genesen

Das Ende ist meist: Erschöpfung. Oder das letzte bisschen Selbsterhaltungstrieb. Oder das Schlimmste: Einsicht. Irgendwann zerbröckelt der Liebeswahn im hellen Licht der Realität wie Dracula bei Tagesanbruch. Dann beginnt der Entzug. Der nächste Mann wird ein Langweiler sein und keine Chance haben, der Ärmste. Und Jahre später wird man den falschen Mann wiedertreffen und sich still fragen: Der? Der war es mal? Ja, der war es. Zeit für …

Schritt 7: Rückfall einplanen
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Geheim und schmerzhaft