Beach BoysBewunderung und Bauchkribbeln

© Michael Reh: Men in Motion

Bewunderung ist ein aus der Mode gekommenes Gefühl. Man denkt, man hätte das nicht nötig, würde sich dabei etwas vergeben. Jedenfalls, wenn es sich um so etwas wie eine bestimmte Art von männlichen Körpern handelt. Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, ich bewundere sie wirklich. So stark, dass es manchmal fast schmerzt. Warum schaffen wir es nicht, jeden Tag so zu sein wie die Jungs am Strand? So unschuldig (ja, ich weiß, wie pathetisch das klingt), so selbstvergessen, mit diesem Urvertrauen, dass, an manchen Tagen jedenfalls, nichts in der Welt schief gehen wird?

Vielleicht, habe ich mir schon gesagt, bewundere ich ja gar nicht die Jungs, sondern bloß ihre Art zu leben. Aber dann fällt mir wieder ein Kinngrübchen auf oder wie perfekt einem eine nasse Haarsträhne ins Gesicht fällt, und, so philosophisch bin ich dann doch nicht gestrickt, als dass ich dabei nicht ein Bauchkribbeln empfände.

Sonntagabend fliege ich wieder nach Hause. Zurück in meine Welt, in der es keine Jungs gibt. Nur Männer mit hartnäckigen Träumen von Frauen, deren Gang ergreifender ist als jedes Gedicht. Wie lange es noch dauern wird, bis wir einander finden?