Lebensverändernder SexLügen ohne Skrupel

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Wer das erlebt, sieht sich imstande, vieles über Bord zu werfen, als sei es Ballast. Die neue Kraft, die man in sich spürt, setzt auch kriminelle Energien frei. Lügen und Betrügen lösen keine großen Skrupel mehr aus. „Am in Stockholm next week. R U anywhere near?“ Sobald eine solche SMS ankam, buchte Carolin P. ein Ticket für einen „Kundentermin“.

Dann reichte es, sie trennte sich von Lebensgefährte und Lover und zog um. „Ich wusste endlich, wie ich nicht mehr leben will.“ Wer Life-Changing Sex kennt, weiß: Er kann vom Besten und zugleich vom Schlechtesten sein, was das Leben zu bieten hat. Im Innersten berührt zu werden und sich zu erkennen zu geben, wie man sich selbst nie kannte, das birgt Befreiung und Bedrohung.

Denn bei der Bewusstseinserweiterung bleibt es oft nicht. Gut möglich, dass man Konsequenzen zieht, weil man jetzt ein Leben in sich spürt, das endlich gelebt werden will, ob mit dem Mann dieser Nacht oder ganz anders. Wer LCS nicht kennt, will Gewissheit. Wenn Michael Douglas in „Basic Instinct“ rüde über Sharon Stone sagt: „Ich denke, sie ist der Fick des Jahrhunderts“, dann ahnt man: Der Mann will LCS.

Nie hat man den Moment aus „Das Piano“ vergessen, als Harvey Keitel Holly Hunter endlich aus ihrem viktorianischen Schwarzkittel pellt. Ah, die Grenzüberschreitung, das missachtete Verbot! Und natürlich das LCS-Standardwerk „Salz auf unserer Haut“ – Intellektuelle verfällt lebenslänglich einem Fischer –, der Schock, dass die Macht des Eros keine Rücksicht auf soziale Unterschiede nimmt. Aber grau ist alle Theorie. Denn, so sagen die Alten, man bereut nur, was man sich nicht getraut hat.

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Lügen ohne Skrupel