Boris Becker, ein Opfer?Abrechnung mit Barbara Becker „wirkt sehr pubertär“

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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© Reuters
„Barbara schlug mich wie von Sinnen“, „Sandy liebte den roten Teppich mehr als mich“ – mit solch pikanten Details rechnet Boris Becker mit seinen Ex-Partnerinnen ab. Mit Barbara war der ehemalige Tennisstar etwas mehr als sieben Jahre verheiratet, mit Alessandra Pocher, damals Sandy Meyer-Wölden, 83 Tage verlobt. Sein aktuelles Liebesglück hat der heute 45-Jährige mit Lilly Kerssenberg gefunden. Warum die Frauen ihm übel mitspielten, enthüllt Becker in seiner zweiten Biografie „Das Leben ist kein Spiel“. Die  „Bild“-Zeitung druckt bereits vor dem Erscheinen erste Kapitel daraus ab. Warum lästert Becker ausgerechnet jetzt ab? Das haben wir die Psychotherapeutin Bärbel Wardetzki gefragt.

AMICA Online: Was steckt dahinter, dass Boris Becker diese schmutzigen Details über seine Ex-Frauen jetzt aufschreibt?

© Birgit Lammersen
Bärbel Wardetzki: Wie kann man sich besser in Szene setzen als mit irgendwelchen Beziehungsthemen? Das ist der Renner. Als Promi muss er immer im Gespräch bleiben. Nachdem er seinen Sport nicht mehr hat und auch nichts anderes, holt er eben seine alten Geschichten wieder heraus. Sonst ist er vergessen und das wäre das Allerschlimmste. Vielleicht braucht er auch einfach Geld.

Was ist von einem Mann zu halten, der so private Details öffentlich macht?
Ich finde es ziemlich kindisch, Probleme über die Medien auszutragen. Solche Dinge gehören in die Beziehung. Das deutet eigentlich darauf hin, dass jemand kein Interesse oder keine Fähigkeit hat, sich auseinanderzusetzen.

Boris Becker scheint mit seinen Ex-Frauen jedenfalls einige Rechnungen aus den Beziehungen offen zu haben.
Boris Becker lebt natürlich in einer Welt, in der solche Details interessant sind. Für die Leser ist es schön zu sehen, dass es auch bei den Beckers Dramen gibt. Sich an den Dramen der anderen zu ergötzen, ist weit verbreitet. Einerseits muss ich mich dann nicht mit meinen eigenen Katastrophen auseinandersetzen, andererseits erkenne ich Probleme aus meinem eigenen Leben im anderen wieder. Das hat eine entlastende Funktion.

Also tut er das, was von ihm als Promi erwartet wird?
Kein Mensch erwartet von ihm, dass er öffentlich seine dreckige Wäsche wäscht. Aber er bedient natürlich die Sensationslust.

Zur Stylenite von Michael Michalsky sind die ersten Reihen immer prominent besetzt. Dieses Mal mit dabei: Barbara Becker mit ihrem Sohn Noah und seiner Model-Freundin, Ursula Karven, Nadine Warmuth...Wie glaubwürdig sind denn solche Beziehungsdetails, wenn sie jetzt ausgebreitet werden?
Die Hälfte davon können Sie vermutlich ohnehin streichen. Aber das ist auch egal, ob es getürkt ist oder nicht. Denn es befriedigt den Sensationsbedarf trotzdem. Dahinter steckt vielleicht auch ein narzisstisches Bedürfnis, zu sagen: Ich bin so wichtig und meine Geschichte ist so wichtig, dass alle sie hören müssen. Für einen Rachefeldzug wäre es reichlich spät.

Woher kommt dieses Geltungsbedürfnis?
Er hat bestimmt eine narzisstische Ader entwickelt, die die automatische Folge dessen ist, wie er in der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die Sozialisation als Star führt dazu, dass man sich für etwas Besseres hält. Man wird idealisiert oder mit Dreck beworfen und ist kein „normaler“ Mensch mehr. Das hat bei Becker ja schon ganz früh angefangen.

Andererseits gibt Boris Becker mit Aussagen wie „Barbara hat mich geschlagen“, „Sandy hat mich nur ausgenutzt“ nicht gerade den selbstbewussten Fraueneroberer. Warum?
Er stellt sich jedenfalls als Opfer dar. Ich kann nur geschlagen werden, wenn ich mich schlagen lasse. In so einem Fall hätte die Reaktion sein müssen: Du schlägst mich einmal und nicht wieder. Da hilft es nichts, jetzt die Frau zu verteufeln. Sich hinzustellen und zu jammern, ist reines Opferverhalten.

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