Erotik der HingabeLass ihn machen

© TV SPIELFILM Archiv

Früher, als Frauen sich noch nicht beweisen wollten, wie toll sie sind, sondern sich mit dem Wissen begnügten, dass sie es waren, haben sie gern nichts gemacht.

Am Morgen saßen sie im Boudoir und ließen sich vom Dienstmädchen die Haare kämmen und Schokolade und Liebesbriefe servieren, am Abend saßen sie in der Opernloge und ließen sich bewundern. Wenn einer beschloss, sie zu erobern, musste er sich gehörig ins Zeug legen, ehe sie ihm zeigten, dass sie ihre Ruhe auch verlieren konnten. Das war ein guter Test für die Männer: Gibt er sich Mühe, strengt er sich an, will er wirklich mich? Oder will er bloß, dass ich ihn um seine Raserei erleichtere und ist meiner Gunst nicht würdig? Bis sie das entschieden hatten, ließen sie sich Zeit. Und blieben liegen, träge, räkelig. Und unfassbar begehrenswert.

© Reuters

Doch dann kamen die sexuelle Revolution, der Feminismus und Madonna und aus irgendeinem unerfindlichen Grund glauben Frauen seither, sie müssten ständig arbeiten. Sie arbeiten an ihrem Selbstbild, an ihrer Identität, an ihrer Beziehung, sie arbeiten an ihrer Karriere, ihrem Beckenboden und Oberarmmuskeln und natürlich ist mit dem Schuften auch nach Sonnenuntergang nicht Feierabend. Denn auch im Bett sind sie Leistungsträgerinnen. Deswegen müssen sich Liebhaber nicht mehr besonders anstrengen. Sondern die Frauen bloß machen lassen.

1
Lass ihn machen