Liebe in ItalienThat's Amore

Beim Stichwort Sex in Italien kommen Ihnen sofort leidenschaftliche Liebesszenen mit schönen Männern in den Sinn, die heiser „Amore“ flüstern? Hier ist die schockierende Wahrheit! Sex in Italien ist in Wirklichkeit vor allem eins: schwierig.

Hinreichend bekannt ist ja, dass die meisten Italiener bis 30 zu Hause wohnen, weil sie sich kein eigenes Domizil leisten können (und weil es bei mamma so gut schmeckt). Also müssen Autos als Bettersatz herhalten (Ausländerinnen mit eigener Wohnung gelten deshalb als Jackpot). In Florenz steuern Liebespaare den Piazzale von Settignano an, in Neapel den Strand, und in Rom sollte man als Tourist nachts besser nicht durchs Forum Romanum streifen, es sei denn, man ist Spanner. Ich will nicht näher darauf eingehen, wie Sex in einem Fiat Uno oder auf alten Steinen ist. So wie in einer Dolce-&-Gabbana-Werbung sieht das jedenfalls nicht aus.

Weniger geläufig ist, dass selbst Sex mit einem Italiener, der über ein eigenes Apartment, einen Range Rover und philippinisches Personal verfügt, nicht zu den einfachsten Dingen der Welt gehört. Man kann nicht sagen, dass diese Männer schlechte Liebhaber sind. Aber sie neigen zu Extremen. Wenn sie verliebt sind, raunen sie der Frau mit ihren Liebesschwüren eine Frikadelle ans Ohr und halten sie dann für den Rest der Nacht im Schwitzkasten. Sind sie es nicht, tun sie das Gleiche – weil sie so oder so ein schlechtes Gewissen haben. Im ersten Fall, weil man diesen Schweinkram nicht mit der Mutter seiner zukünftigen Kinder macht. Im zweiten Fall, weil Italienerinnen Sex ohne Liebe grundsätzlich mit Tod und Verderben gleichsetzen.