SinglesEinfach nur wählerischer!

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Es wirft vor allem ein erschütterndes Licht darauf, wie meine Freundinnen mich offenbar einschätzen. Was denken die sich eigentlich? Wofür halten sie mich? Ich werde T-Shirts drucken lassen mit der Aufschrift: „Unter Brad Pitt läuft gar nichts.“

Überhaupt werde ich automatisch bockig, wenn ich unter Beobachtung stehe. So viele Erwartungen kann niemand auf einmal aushalten: die der Kuppler, die des Mannes, von meinen eigenen gar nicht zu reden.

Der arme Kerl könnte George Clooney heißen, er hätte von vornherein nicht die geringste Chance. Ich bin Meisterin im Schlechtreden von unbekannten Männern, die mir angepriesen werden: Wenn er so toll ist, wieso rennt er dann noch frei herum? Wenn er keinen schweren psychischen Defekt hinsichtlich seiner Beziehungsfähigkeit hat, wieso ist der dann noch Single?

Sobald mir auffällt, dass diese Beweisführung genauso für mich selbst gilt, ändere ich die Argumentation: Wie soll man jemand lieben, der hellbraune Schuhe trägt? Never mind, dass schon Männer mit tahitischen Ganzkörpertätowierungen, Doc Martens oder roten Lacoste-Hemden den Weg in mein Herz gefunden haben, weil ich immer dachte: egal, kann man ihnen noch abgewöhnen (bei den Tätowierungen war das schon schwieriger).

Keine Ahnung, an welchem Detail wir festmachen, wer der Richtige ist. Wenn wir es schon selbst nicht können, wie soll es dann jemand anderes besser wissen? Tatsache ist: Wenn wir unbedingt zu zweit sein wollten, wären wir es längst.

Es gab immer irgendjemand, der geeignet gewesen wäre. Aber wir wollten das nicht. Irgendetwas fehlte den jeweiligen Kandidaten. In Wahrheit sind wir Singles einfach nicht so leicht zufriedenzustellen.

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Einfach nur wählerischer!