Liebe & Sex Die Wahrheit über: Brasilian Waxing

 

"Männer sind schmutzig, Frauen auch“, findet Sex-Kolumnistin Gillian Telling und schrieb ein Buch darüber. Hier lesen Sie, wie schlimm Haarentfernung in der Bikinizone wirklich ist.
Text: Gillian Telling
© Colourbox.com
Heutzutage reicht es nicht mehr aus, der eigenen Haarpracht von Zeit zu Zeit den Rasierer zu zeigen. Wir müssen uns regelmäßiger Fellpflege unterziehen. Puh! Für die meisten Frauen ist das ein heikles Thema. Es macht uns unwillkürlich etwas verlegen. Es ist saumäßig nervig, immer schick auszusehen.

Doch wir wollen eben schön sein, seidige Beine und glänzende Haare haben und ein winziges Haardreieck in der unteren Region aufweisen, mit dem wir unsere potentiellen Sexualpartner beeindrucken können. Leider erfordert das jede Menge Arbeit, ganz zu schweigen vom Geld und von den vielen unnötigen Schmerzen. Die Rede ist von Brasilian Waxing!

Die Wahrheit über Brasilian Waxing:

Rein in den Kosmetiksalon. Der Frau am Tresen sagen, dass wir zum Enthaaren der Bikinizone hier sind. Dann in jenen winzigen Raum mit dem Untersuchungstisch gehen, auf dem dieses krause Hygienepapier liegt.

Hose und Slip ausziehen, während man Socken und T-Shirt anlässt (sieht peinlich aus, ist aber besser, als vollkommen nackt zu sein). Die Frau anlächeln, wenn sie hereinkommt, ihr Gesicht fünf Zentimeter über die intimsten Regionen beugt und anfängt, einen mit behandschuhten Fingern abzutasten, um das haarige Chaos richtig einzuschätzen.

Sich Sorgen machen, ob man unangenehm riecht oder ihr mit der monatealten Schambehaarung das Entsetzen in die Augen treibt. Wie peinlich! So langsam werden wir nervös, denn plötzlich wird heißes (und ich meine heißes) Wachs bis wenige Millimeter vor die Schamlippen verteilt. Übelkeit, als wir merken, dass ein Tuch auf das Wachs gedrückt wird, was bedeutet, dass gleich der Schmerz kommen wird. Dann die bloße, brennende Qual von den Zehen bis zu den Augäpfeln, als die Frau fünfhundert harte, lockige Haare mit einem heftigen Ruck herauszieht. Sterne sehen. Schritt umklammern.
© PR
Buchtipp

Titel: Männer sind schmutzig, Frauen auch – Die nackte Wahrheit über mein Leben als Frau
Text: Gillian Telling
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: Juni, 2011
Wir wollen kotzen. Stöhnen. Bitten darum, nicht weiterzumachen. Hören sie vor sich hin gackern, als sie sagt, dass es so schlimm doch nun auch wieder nicht sei und dass da noch viele Haare entfernt werden müssten. Wiederholung der Prozedur – noch zehn Mal. Nach jedem brutalen Herausreißen, wobei wir jedes Mal sicher sind, dass uns die Haut ebenfalls abgezogen wurde, müssen wir die Demütigung ertragen, dass die Frau uns zeigt, wie viele Haare sie entfernt hat. („Sehen Sie? Ganz viele Haare!“) Dann unglaubliche Erleichterung, wenn es endlich vorbei ist, jedoch gefolgt von absoluter Schockstarre, wenn wir erkennen, dass sie nun einzelne widerspenstige Haare von unserem Anus zupft – mit einer Pinzette.

Wir versuchen, nicht zu weinen. Wir denken daran, wie gut sich der Sex anfühlen wird und wie sehr wir unserem Mann damit gefallen werden. Wir betrachten ihre Arbeit und … Oh mein Gott, ist das Blut? Plötzlich hassen wir unseren Mann und die männerdominierte Gesellschaft, in der wir leben, die uns diktiert, dass wir wie vorpubertäre Pornostars aussehen müssen. Wir verfluchen ihn und den Urwald, den er im Schambereich aufweist. Bastard.

Wir werden ihn verlassen! Bezahlen fünfundvierzig Euro. Humpeln nach Hause. Versuchen die Unterwäsche von der klebrigen Vagina zu entfernen. Haben in den nächsten Wochen mit eingewachsenen Haaren zu kämpfen und dem unansehnlichen, stoppeligen Anblick nachwachsender Haarpracht. Im Stillen kommen uns die Tränen, als wir erkennen, dass es mal wieder Zeit für einen weiteren Besuch bei der gemeinen Scham-Enthaarungs-Tussi ist.
Über die Autorin:

Sex-Kolumnistin Gillian Telling erklärt Männern in der US-Zeitschrift „Maxim“, wie Frauen denken und schreibt regelmäßig für „Thefrisky.com“. Früher arbeitete sie für „Rolling Stone“ und für „Details“.
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