Das LiebesduellLatin Lover versus deutscher Mann

Die Anmache

Dem Italiener ist das zeitaufwendige Spiel des Blickezuwerfens fremd. Im Italienischen gibt es keine Formulierung für „sich einen Korb holen“, also kann er sich nicht vorstellen, einen zu bekommen. Er greift gleich an: „Du hast große Ähnlichkeit mit der jungen Sophia Loren.“ Er spendiert sich um Hemd und Hose, macht sich zum Clown (mit einer Eros- Ramazzotti-Persiflage) und bringt einen nach Hause, auch wenn man am anderen Ende der Stadt wohnt.
Nachteil: Man kriegt ihn bei Desinteresse nur schwer los.

Der Deutsche tut sich schwer mit den Nuancen zwischen plump („Kennen wir uns nicht?“) und verklemmt. Erst, wenn man drei Stunden lang zurücklächelt, hat man sein Selbstbewusstsein so aufgebaut, dass er sich traut: „Darf ich dich zu einem Getränk deiner Wahl einladen?“ – unelegant, aber rührend. Eine Grönemeyer-Persiflage wird es nie geben, denn sich zu verstellen liegt ihm nicht.
Vorteil: Er fragt nur nach der Telefonnummer, wenn er sicher ist, sie zu kriegen.