Deutscher versus Latin LoverErster Streit und dann?

Erster Streit

Der einzige Grund, mit einer Frau zu streiten, ist für den
Italiener die Eifersucht: „Warum warst du so freundlich zum Taxifahrer?“ Ein Wutausbruch ist auch unausweichlich, wenn sie ihn des Betrugs bezichtigt. Beschimpfungen und zerstörte Gegenstände sind dann erlaubt. Die Versöhnung erfolgt schnell, aber ohne Zugeständnisse: Lieber beendet er eine Storia d’Amore.

Für den deutschen Mann gibt es unzählige Gründe zu diskutieren („Du engst mich ein“, „Du bist zu spät“). Einen Gefühlsausbruch bekommt man selten. Beschimpfungen und zerstörte Gegenstände speichert er akribisch – um sie dann, wenn man sich längst wieder versöhnt hat, plötzlich zur Diskussion zu stellen („Warum eigentlich bin ich in deinen Augen ein Versager?“). Das nervt, ist aber eigentlich ein Vorteil: Genau diese Pedanterie befähigt ihn zum Nachdenken. Lieber gibt der Deutsche nämlich einen Fehler zu, als dass er eine Liebesgeschichte beendet.

Und weiter?

Erst wird geheiratet. Dann kommt das Kind. Ab da ist man nicht mehr Frau, sondern Mutter. Leider liegt es nicht in der Natur des Italieners, auf Frauen zu verzichten, nur weil er jetzt mit einer Heiligen verheiratet ist. Ein Kind ist unterwegs? Dann wird geheiratet.

Monatelang ist der deutsche Mann nach der Geburt traumatisiert, weil er sie mitgefilmt hat. Doch glücklicherweise liegt es nicht in der Natur des Deutschen, auf seine Frau längere Zeit zu verzichten.